Evangelisch-Lutherische Kirchengemeinde Berg am Starnberger See

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Ägyptenreise 2019
vom 2. bis 9.5.2019

Informationen hier


 Kirchenvorstands-
sitzungen

2018: 05.11., 10.12.
2019: 07.01., 04.02.

jeweils 20.00 Uhr


Familien- und Kindergottesdienste

18.11., 02.12.


Theologie für die Gemeinde

mit Pfarrer Johannes Habdank

Montag 28.01.2019,
20.00 Uhr


Offenes Tanzen 

Tanzen mit Christa 
für Jung und Alt

2018: 16.11., 07.12.
2019: 18.01., 15.02.

  jeweils Freitag, 20.00 Uhr


 





Evangelisch-Lutherische Kirchengemeinde Berg am Starnberger See

Das Gotteshaus Biberkor

Das Gotteshaus Biberkor 1315-1895

Auch wenn in einer Gemeinde eine Kirche nicht mehr besteht, ist sie es wert, daß man sich ihrer Geschichte erinnert, ihrem Schicksal nachspürt und ihrem Leben als Glaubensort über Hunderte von Jahren nachgeht. Eine Kirche ist immer mit ihrer Umgebung verbunden, mit den Menschen und ihrer Arbeit, ihren Familien und deren Interessen.
Die älteste Urkunde über das Gotteshaus Biberkor ist die erste Matrikel des Bistums Freising von 1315. Darin ist Biberkor als Filialkirche von Aufkirchen mit dem Recht eigener Grablegen aufgeführt, was auf eine ursprünglich adelige Eigenkirche hinweist und auf eine Entstehungszeit während der Edelfreien von Biberkor oder spätestens zu der Zeit, als Biberkor Andechser Ministerialensitz (um 1206) gewesen ist.
Erster Kirchenpatron war St. Georg. In der zweiten Matrikel von 1624 wurde das Gotteshaus Biberkor jedoch mit dem Patrozinium St. Lau-rentius verzeichnet, bis unter den Grafen von Hörwarth, ab 1641, wie-derum ein Patroziniumswechsel stattfand und St. Michael Kirchenpat-ron wurde, der es bis 1895 blieb.
Unter den Grafen von Hörwarth als Hofmarksherren von Biberkor be-gann man 1691, die baufällig gewordene Kirche zu renovieren. Mit dem Erweiterungs- und Erneuerungsbau erhielt das Gotteshaus von Biberkor innen und außen ein neues Gesicht im Stil des Barock. Über das Gotteshaus sind keine Ansichten erhalten. Aber nach dem Visita-tionsprotokoll von 1704 war das Gotteshaus Biberkor klein, vergleich-bar etwa dem von Harkirchen, hatte keinen Friedhof mehr und nur einen Altar. Der Turm hatte zwei geweihte Glocken und alles befand sich in brauchbarem Zustand. Nach dem Katasterplan von 1814 betrug die Länge nach dem Umbau etwa 16,50 m und die Breite 8,50 m. Der Kuppelturm mit zwei Glocken stand auf der Westseite. Die Kirche umgab eine Einfriedung, die wohl den Grenzen des ursprünglichen Friedhofes entsprach. Leider blieb jedoch dieser gute Bauzustand nicht erhalten.
In den Jahren von 1823 bis 1862 gelang es trotz vieler Mühen von Handwerksmeistern, unterstützenden Geldern der Kirchen Farchach und Aufkirchen und von Privatpersonen nicht, dem fortschreitenden Verfall der Kirche von Biberkor Einhalt zu gebieten. In einer letzten An-strengung versuchte man 1863 mit Hilfe des königlichen Bezirksamtes München dem großen „Baufall“ abzuhelfen. Letztendlich war es je-doch umsonst.
Mit der Aufhebung der Grundherrschaften war die Baulast der ehe-maligen Hofmarksherren für die Kirche entfallen, so daß deren pflegli-che Betreuung nicht mehr gewährleistet war. Seit 1880 hatte der Fab-rikant Christoph Boehringer das Gut Biberkor in Besitz, ihm folgte 1885 der Zivilingenieur Weber und 1889 Heinrich Höch aus München. Dieser stellte den Antrag zum Kauf der Kirche und, falls unumgänglich wegen erneut ruinösen Zustandes, auf deren Abriß. Am 7. Februar 1895 wurde die Erlaubnis erteilt zum Verkauf des Gotteshauses Biberkor auf Ab-bruch an Heinrich Höch für 210 Mark, die die Pfarrkirche Aufkirchen, zusammen mit dem Kirchenvermögen von Biberkor, erhielt.
Damit verschwand nach mehr als 500 Jahren das Gotteshaus von Bi-berkor, und so verschwand es auch aus der Erinnerung von dessen Bewohnern.


Liselotte Klein

(Quelle: H.R.Klein, Hofmark Biberkor)


 

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