Evangelisch-Lutherische Kirchengemeinde Berg am Starnberger See

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im 1. Halbjahr 2017

09.01., 06.02., 06.03.
03.04., 08.05., 19.06.

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(bis Juni 2017)

26.03., 16.04., 25.06.

Ort und Uhrzeit im Gemeindebrief


Theologie für die Gemeinde
mit Pfarrer Johannes Habdank

30.01. 13.03., 24.04.
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jeweils Montag, 20.00 Uhr


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für Jung und Alt

10.03., 07.04., 12.05., 02.06., 30.06.

  jeweils Freitag, 20.00 Uhr


 





Evangelisch-Lutherische Kirchengemeinde Berg am Starnberger See

Aktuell

Predigt an Trinitatis, 11.6.17

Aktuell >>

von Pfarrer Peter Morgenroth im Katharina von Bora-Haus (Joh 3,1-8 Nikodemus)

Eine kurze Vorrede
Pfarrer Habdank pflegt Sie zu Beginn des Gottesdienstes mit dem Wochenspruch der kommenden Woche zu grüßen und nennt dabei den althergebrachten Namen des Sonntags. Das wäre heute also der Sonntag Trinitatis. Dreieinigkeit. Das ist – rundweg gesagt – eine über Jahrhunderte erstrittene theologische Lehre. Hochkompliziert. Heute fast nur noch Theologen verständlich. Aber sie war nötig, um einerseits am Monotheismus festzuhalten, andererseits aber auch an der Überzeugung, dass Gott in Jesus greifbar wurde. Mensch. Bruder. Und dann ist da noch der Heilige Geist als dritter im Bunde, Gott, wie er weiterwirkt, heute und morgen, mal hier und mal dort. Und der Heilige Geist sei das Thema heute am Sonntag Trinitatis.

Predigt
Da sind sie sich also in den Armen gelegen an Pfingsten und es gab keine Sprachbarrieren mehr. Sie konnten alle Sprachen der Welt verstehen. Wussten den Sinn hinter den Worten. Kommunikation ist so einfach, wenn man sich gut ist. Eine überschaubare Gruppe von Menschen ist begeistert. Aus heiterem Himmel. Sie feiern. Aber die Selbstvergessenheit und trunkene Freude scheint den Tag nicht überdauert zu haben.

Diese barrierelose Begeisterung lässt sich nicht wiederbeleben. Nicht durch ausgefeilte Rituale. Nicht durch fröhliches Singen und rhythmisches Klatschen. Auch nicht durch Beschwörung des göttlichen Geistes und fröhliches Miteinander in den sog. Pfingstgemeinden rund um den Globus.

Die Begeisterung von Pfingsten ist weg. Nicht aber die Hoffnung von Pfingsten. Auf diese Hoffnung schauen wir eine Woche nach dem Pfingstfest 2017: Denn diese Hoffnung sollte uns nicht abhandenkommen.

Diese Pfingsthoffnung hat eine lange biblische Vorgeschichte. Die Hoffnungsgeschichte fängt schon mit dem Propheten Jesaja an. Er stimmt das Lied von den künftigen Anfängen an. Es überschlagen sich bei ihm die Bilder der Unmöglichkeit: Die Steppe wird blühen. Einmal wird es sein, dass die Blinden sehen, die Lahmen tanzen und dann haben die Verstummten ihre Lieder wieder gefunden. Das geknechtete Volk findet seine Freiheit. Jesaja sehnt sich nach dem Land des Jubels, in dem die Menschen sich nicht mehr an die Gurgel gehen und reißen, wie der Löwe seine Beute reißt. Lamm und Löwe, sie lagern beieinander. Jesaja sehnt sich nach dem Land des Friedens, in dem Menschen einander gut sind, einander verstehen, ein Herz füreinander haben. Und eine Sprache sprechen. Eine Sprache des Herzens.

Ach ja, schöner Traum, meint geraume Zeit später der Prophet Jeremia. Aber der Traum greift nicht. Macht doch die Augen auf. Schöne Hoffnung. Aber nicht realisierbar, solange die Menschen so sind, wie sie sind. Erziehung kommt an ihre Grenzen. Ein Herz füreinander lässt sich eben nicht vorschreiben oder erzwingen. Das lässt sich nicht lernen. Nicht eintrichtern. Nicht trainieren. „Ich bin den Menschen zu fern“, lässt Jeremia Gott sagen. „Ich will es anders versuchen:
Ich will mein Gesetz in ihr Herz geben und in ihren Sinn schreiben, und sie sollen mein Volk sein und ich will ihr Gott sein.
Mein Gesetz. Meine Gebote. Meine Ordnungsmacht.

Und auch das greift nicht wirklich, sagt wiederum später der Prophet Hesekiel: Er kommt noch radikaler daher: Er sieht für Gottes Wirken gar keinen Anknüpfungspunkt mehr. Er sieht, dass nur noch eine Radikallösung hilft, gewissermaßen eine Organtransplantation:
Ich will ihnen ein anderes Herz geben und einen neuen Geist in sie geben und will das steinerne Herz wegnehmen und ihnen ein fleischernes Herz geben. Ein Herz, das mitfühlen kann. Menschen voll Empathie.
Sie sollen fühlen können füreinander. Sie sollen gerecht sein. Sie sollen diesseitiger und jenseitiger sein können. Gott lesen können in seinen Gestalten. Sie sollen versöhnen können und sich nicht abfinden mit der Trostlosigkeit der Welt. Der erste Gedanke wird nicht mehr sein, ob ich Vorteile habe oder mein Volk an erster Stelle kommt. Sie sollen sich sehnen nach Ganzheit und Heil, nach einem unzerstückelten Leben. Und sie sollen sich sehnen nach Gott, nach der Einigung mit dem Abgrund des Lebens.

Solche Hoffnungen waren damals lebendig, als Pfingsten geschah. Solche Hoffnungen waren den Menschen bekannt. An solche Hoffnungen mussten damals die Menschen denken, die sich als Wildfremde an Pfingsten in den Armen lagen und plötzlich eine gemeinsame Sprache des Herzens hatten. Gottes Geist in unserer Mitte. Wir haben nichts dazu getan. Es ist einfach geschehen. Wir können einander unmittelbar verstehen. Wir können Gott unmittelbar verstehen. Sprachbarrieren spielen keine Rolle. Die soziale Herkunft spielt keine Rolle. Die Lebenserfahrung spielt keine Rolle. Aber dass Gottes Geist in mir wirkt und in dir wirkt, das spielt die entscheidende Rolle. Hier ist ein Wunder geschehen. Die alten Hoffnungen werden wahr. Gott lebt in uns auf. Gottes Geist in uns.

Und jetzt ist das Stichwort gefallen: Gottes Geist.
Wenn wir von Geist reden, ist das im Deutschen ein schwaches Wort.
Von pneuma sprach man in der Antike: Vom Atem, der zum Leben gehört und der in allem wirkt. Lebenskraft.
Von näfäsch spricht die biblische Tradition. Der Atem Gottes, der das Lebendige ermöglichst und das Leben durchströmt. Die Lebendigkeit kommt plötzlich an Pfingsten:
Wie nötig diese Lebendigkeit ist, wissen depressive Menschen
Wie nötig spontane Lebendigkeit ist, wissen zwanghafte Menschen
Wie nötig frohe Lebendigkeit ist, wissen trauernde Menschen,
einsame Menschen
Menschen, die gelähmt sind in ihrem Lebenskonzept, in ihrer Schuld,
Die Skrupel weichen, die Verzagtheit fällt ab. Neue Lebensentwürfe sind möglich. Schöpferische Fantasie übersteigt enge Grenzen und weitet den Lebenshorizont.

Und dass sie mit Besoffenen verglichen wurden, damals an Pfingsten, ist nicht verwunderlich:
Ich hätte sie, wenn ich dabei gewesen wäre, vermutlich lieber mit Kindern verglichen:
Denn es sind die Liebenden und die Kinder, die sich unbefangen umarmen. Kinder feiern selbstvergessen. Bei Kindern fallen Sprachbarrieren. Kinder sind neugierig. Sie beobachten wach. Sie stellen die elementaren Fragen. Sie gehen aufeinander zu. Freund und Feind gibt es nicht mehr. Was Angst macht wird nicht verteufelt, sondern Unbekanntes wird untersucht, berührt, geschmeckt.
Knospen springen auf damals an Pfingsten. Es ist der Frühling des Lebens. Neugierig, übermütig, mit der Urkraft des Lebens.
So übersetze ich mir Gottes schöpferischen Geist, der in den Menschen wirkt.

Gottes schöpferischer Geist in unserer Mitte. Man kann viel davon reden. Aber herbeireden kann ich ihn nicht. Er ist nicht verfügbar. Und das mag einer der Gründe dafür sein, dass viele mit großer Sehnsucht nicht vom Heiligen Geist sprechen sondern lieber von Spiritualität. 

Spiritualität ist Suche nach dem Geist des Lebens. Und Spiritualität lässt sich üben.

Spiritualität geht davon aus, dass alles Anteil hat an der Heiligkeit Gottes. Die Heiligkeit des Lebens fordert unsere Ehrfurcht und Ergriffenheit. Vielleicht bewahrt uns nur diese Auffassung vom Leben und von den Dingen davor, dass wir sie benutzen, als hätten sie kein Geheimnis und als stünden sie uns zur Verfügung. Vielleicht hat die Entzauberung der Welt dazu geführt, dass wir in grenzenlos imperialer Geste uns alles unterwerfen. Nicht nur in der westlichen Welt. Wer kein Tabu kennt und die Heiligkeit der Dinge nicht sieht, wird zu ihrem Zerstörer. Spiritualität hindert uns daran, die reinen Verfüger und die ungebremsten Herren der Schöpfung zu sein.

Spiritualität ist also nicht nur Selbsterfahrung. Spiritualität ist eher Selbstvergessenheit. Spiritualität ist die Erfahrung der Einheit des Lebens. Spiritualität ist die Aufmerksamkeit im alltäglichen Leben Bin ich fähig, wahrzunehmen und zu empfinden? Wie lese ich den Schmerz der Menschen und wie lasse ich mich davon berühren? Wie gehe ich mit den Dingen des alltäglichen Lebens um? Bin ich fähig, sie als Gaben zu ehren, oder bin ich ausschließlich Benutzer und Verfüger der Welt? Ehre ich das Wasser, die Stille, die Nacht, die Luft zu Atmen, die Tiere, das Recht des Lebens?

Spiritualität ist die Grundhaltung der Ehrfurcht. Spiritualität ist mehr als eine Haltung. Sie sucht sich Wege. Spiritualität kennt viele Wege. Auch in anderen religiösen Gegenden. Und dabei ist es schön, wenn man über den eigenen Tellerrand hinausschauen kann und die Schätze der anderen nicht verachten und sich selber als einzigartig erklären muss. Komisch aber wirkt man, wenn man nur in den Vorgärten der Fremden grast und der eigenen Tradition nichts zutraut. Wenn man weiß, was die eignen Schätze sind, dann kann man sich in Freiheit und Gelassenheit den fremden zuwenden.

Und dabei wird man sehr schnell entdecken, dass es zum Herzstück christlicher Spiritualität gehört, dass ein Mensch sich nicht rechtfertigen muss durch die Größe seiner Taten, nicht glänzen muss in seinen Stärken. Schuld und Scheitern und die Tragik des Lebens sind nicht ausgeblendet in der christlichen Spiritualität. Gottes heilsamer Geist in unseren Herzen, den gilt es zu erfassen.

Wir haben Anlass zu danken für den Geist des Lebens in uns. Nicht nur am Sonntag Trinitatis. Für den Geist des Lebens, der uns führt und leitet, heilt und tröstet und wach leben lässt. Anlass zu danken für den Heiligen Geist.

Amen

 



 


 

 

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MoDiMiDoFrSaSo
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Die nächsten Termine:

25.06.17, 10:00 - 11:00
Gottesdienst

Katharina von Bora-Haus

25.06.17, 10:00 - 11:00
Kindergottesdienst

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Katharina von Bora-Haus

02.07.17, 18:30 - 19:30
Musikalischer Gottesdienst "Lust auf Kirche"

Kath. Pfarrkirche Aufkirchen


Aktuelle Nachrichten

Seniorenkreis 9.5.2017 - Nachtrag zum Vortrag

Vortrag von Prof. Dr. Frieder Harz "Mutige Frauen der Reformation" nun auf dessen Website online nachzulesen (und hier zum Download).


Predigt an Trinitatis, 11.6.17

von Pfarrer Peter Morgenroth im Katharina von Bora-Haus

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Predigt an Exaudi, 28.5.17

von Pfarrer Johannes Habdank in St. Johannes, Berg

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Seegottesdienst

an Christi Himmelfahrt 25.05.2017

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Konfirmierten-Frühstück

am 15.05.2017 im Katharina von Bora - Haus

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Konfirmationspredigt 2017 von Pfarrer Johannes Habdank

bei den Festgottesdiensten in der Pfarrkirche Aufkirchen

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Konfirmation 2017 Festgottesdienste

am 13. Mai 2017

und am 14. Mai 2017 in der Pfarrkirche Aufkirchen

Bilder (13.05.2017)

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