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Evangelisch-Lutherische Kirchengemeinde Berg am Starnberger See

Aktuell

Predigt an Exaudi, 28.5.17

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von Pfarrer Johannes Habdank in St. Johannes, Berg

Der Predigttext für den heutigen Gottesdienst an Exaudi steht geschrieben bei Johannes im 7. Kapitel, die Verse 37-39 und lautet: „Am letzten Tag des Festes, der der höchste war, trat Jesus auf und rief: Wen da dürstet, der komme zu mir und trinke! Wer an mich glaubt, wie die Schrift sagt, von dessen Leib werden Ströme lebendigen Wassers fließen. Das sagte er aber von dem Geist, den die empfangen sollten, die an ihn glaubten; denn der Geist war noch nicht da; denn Jesus war noch nicht verherrlicht.“

Liebe Gemeinde,
„am letzten Tag des Festes“, heißt es. Welchen Festes? Es war nicht das Passahfest der Passion, wie man meinen könnte. Nein Jesus war nach Johannes schon vorher einmal in Jerusalem bei einem anderen Fest, bei dem unsere heutige Bibelgeschichte spielt: das Laubhüttenfest.

Das Laubhüttenfest, Sukkot, war und gilt auch heute noch als das größte und heiligste Fest der Juden. Zum Anlass dieses Festes bauen die Juden damals wie heute einfache Hütten aus Ästen und Laub, auch als balkonartige Anbauten an Wohnhäusern gibt es solche „Laubhütten“, die an die provisorischen Behausungen der Vorfahren bei der Wüstenwanderung erinnern sollen. Also ist das Laubhüttenfest einmal ein Erinnerungsfest. Das Laubhüttenfest ist aber auch ein Erntedankfest, ähnlich wie in anderen Religionen und Kulturkreisen, von jeher am Ende der Erntezeit. Bei uns gewinnt ja das Erntedankfest in den letzten Jahrzehnten immer mehr an Bedeutung. Zur Zeit Jesu fand das einwöchige Feiern des Laubhüttenfestes seinen Ausdruck in einer täglichen Wasserprozession, die vom Teich Siloah zum Tempel führte. Auf diese Weise dankte das Volk seinem Gott für den Ertrag der Felder und bat zugleich nach einem langen Sommer um den dringend notwendigen, Not abwendenden Regen.

Mit dem Teich Siloah hatte es nun eine besondere Bewandtnis. Er wurde von einer verborgenen Quelle gespeist, was dem Wasser eine hohe Qualität verlieh. Dieses reine, lebendige Wasser ließ sich mit der abgestandenen Brühe in Gruben und Zisternen überhaupt nicht vergleichen. Dieses besondere Wasser war für das Volk geradezu eine Kostbarkeit. Und so wurde die Bitte darum in Form einer eigenen Prozession Jahr für Jahr erneuert, eine Woche lang - all Morgen frisch und neu!

Vor diesem religionsgeschichtlichen Hintergrund bitte ich Sie, sich den heutigen Predigttext noch einmal anzuhören, man versteht dann einfach mehr: „Am letzten Tag des Festes, der der höchste war, trat Jesus auf und rief: Wen da dürstet, der komme zu mir und trinke! Wer an mich glaubt, wie die Schrift sagt, von dessen Leib werden Ströme lebendigen Wassers fließen. Das sagte er aber von dem Geist, den die empfangen sollten, die an ihn glaubten; denn der Geist war noch nicht da; denn Jesus war noch nicht verherrlicht.“

Ein großartiger Aufruf und Zuruf Jesu ist das, eine besondere Einladung! Jesus will, dass kein Mensch mehr dürsten muss, die Zuhörer beim Laubhüttenfest nicht und, wenn wir die Worte auch auf uns heute beziehen, auch wir heute nicht. Was Jesus da sagt, meint er natürlich nicht im wörtlichen, sondern im übertragenen Sinne. Erfülltes Leben verspricht er allen, die an ihn glauben, die ihm zutrauen, dass er ihr Leben verändern, reich und froh machen kann. Er verspricht Leben im Überfluss.

Wie ein Kollege von mir dazu schreibt, Arndt Herrmann aus Würselen: „Viele Menschen leiden ja Durst. Sie leiden an der Öde und Trockenheit ihres Lebens, an dem täglichen Einerlei und dem immer wiederkehrenden Alltagstrott. Sie spüren, dass es doch noch mehr geben muss als diese ewige Routine, den ständigen Kreislauf von Arbeiten, Essen und Schlafen. Sie mühen sich ab wie die Hamster im Rad und bleiben – gefühlt – doch innerlich leer und unglücklich. Daher rühren die eigentümliche Unruhe, Stress und Hast, die so kennzeichnend geworden sind für unsere Zeit. Daher rührt auch die Angst, zu kurz zu kommen oder etwas zu verpassen. Daher ist auch die Möglichkeit groß, in einen Rausch oder in eine Sucht abzugleiten, welcher Art sie auch sei. Hinter dem ganzen verzweifelten Treiben steckt die Sehnsucht nach dem wahren und wirklichen Leben, die Sehnsucht nach Liebe, Erfüllung und innerem Frieden.“
 
Zurück zu Jesus: Mit seinen Worten lädt er alle Dürstenden und Sehnsüchtigen zu sich ein. Und zwar tut er das ohne jede Einschränkung und Vorbedingung. Wer Durst hat, der darf zu ihm kommen. Wer ihm etwas zutraut, soll / kann sich überraschen lassen – von einem neuen Lebensgefühl, einem ganz neuen Geist. Und das war zumindest damals kein leeres Versprechen. Immer wieder ist in den Evangelien davon die Rede, wie Menschen durch die Begegnung mit Jesus verändert werden. Er öffnet den Blinden die Augen, den Tauben die Ohren, den Stummen den Mund. Den Sündern sagt er Vergebung zu und den Enttäuschten Hoffnung.

Stellvertretend für viele andere Geschichten erinnere ich hier nur an die Begegnung zwischen Jesus und der samaritanischen Frau am Jakobsbrunnen, von der der Evangelist Johannes im 4. Kapitel erzählt. Die Frau hat ein bewegtes Leben hinter sich. Fünf Männer hat sie gehabt. Nun lebt sie mit einem sechsten in „wilder Ehe“. Ihr Durst nach Leben und Glück aber ist nicht gestillt, ihre Sehnsucht danach hat sich nicht erfüllt; zurückgeblieben ist dabei mehr als ein schaler Nachgeschmack: das Gefühl einer großen Enttäuschung. Um die Mittagszeit kommt sie zum Jakobsbrunnen, um Wasser zu schöpfen. Da spricht Jesus sie an und macht ihr ein erstaunliches Angebot. Er verspricht ihr lebendiges Wasser, das ihren Lebensdurst für immer stillen kann. Und obwohl die Frau ihn nicht sofort versteht, ahnt sie doch, dass sich hinter diesem fremden Mann ein Geheimnis verbirgt, das ihrem Leben eine Wendung, eine völlig neue Richtung geben kann. So tief ist sie berührt, dass sie ihren Wasserkrug am Brunnen vergisst und in die Stadt zurückläuft, um ihren Leuten von dieser wunderbaren Begegnung zu berichten.

Liebe Gemeinde, ist es dem Geist Jesu auch heute noch zuzutrauen, dass er Leben verändern kann, ebenso wie das der samaritanischen Frau? Dass er auch heute noch Verzagte ermutigen, Traurige trösten und Heillose heilen kann? Zu wünschen wäre es wohl sehr!

Nun, der heutige Sonntag trägt, wie eingangs gesagt, den lateinischen Namen „Exaudi“. Der Name ist dem 27. Psalm entnommen und drückt nichts anderes aus als eine flehentliche Bitte an Gott: „Höre, Herr, meine Stimme!“

Jemand hat einmal gesagt: Exaudi – das ist der Sonntag der armen, bedürftigen Kirche. Es ist der Sonntag zwischen Himmelfahrt und Pfingsten, der Sonntag derer, denen Gott fern gerückt ist und die sich ohne seine Nähe arm und verloren fühlen. Genauso empfanden es ja die ersten Jünger, die nach der Himmelfahrt Jesu zehn lange Tage ausharren mussten, bis ihre Öde und Traurigkeit durch den Geist von Pfingsten hinweggeweht wurden. Am Pfingsttag in Jerusalem spürten sie eine nie gekannte Kraft und Freude. Der Geist Jesu schenkte ihnen neues Leben. Sie trugen diesen Geist hinaus in ihre Umgebung und steckten damit andere an. Und so erfüllte sich an ihnen das Wort Jesu: „Wer an mich glaubt, von dessen Leib werden Ströme lebendigen Wassers fließen.“ Die Jünger flossen in der Tat geradezu über von Mut, Begeisterung und Freude. Ihre Traurigkeit war nicht vergessen, aber sie war überwunden. Kein Wunder, dass dies auf andere anziehend, ja, geradezu mitreißend gewirkt hat, und sich so der christliche Geist unaufhaltsam verbreitet hat, dass das Herz vieler für ihn zu schlagen begann und sein Herz für sie: für die Mühseligen und Beladenen, die Einsamen und Verlassenen, die Traurigen und Bedrückten. Eben für Menschen wie die Samariterin oder die Jünger nach der Himmelfahrt. Gerade diese Menschen ruft Jesus auch heute noch zu sich und lädt sie ein: in heutige Worte übertragen, ich zitiere nochmal den Kollegen: „Ganz gleich, wo du herkommst und wo du gerade stehst, ganz gleich, welche Lasten der Vergangenheit du mit dir herumschleppst und welche Sorgen um die Zukunft dich quälen, ganz gleich, wer du bist und wie du gerade dran bist – bei mir bist du willkommen. Bei mir darfst du all das ablegen, was dich bedrückt und beschwert. Ich kann Wüsten zum Blühen bringen und verschüttete Quellen zum Sprudeln. Vertraue auf mich, und du wirst es erfahren. Und wenn du es erfahren hast, dann kannst du auch selber zu einer sprudelnden Quelle für andere werden. Dann werden Kräfte in dir frei, wie du es nie vermutet hättest. Dann werden Ströme lebendigen Wassers von dir ausgehen, zur Belebung und Erquickung für andere.“

Ich komme zum Schluss, liebe Gemeinde:
Heute ist der letzte Tag des 36. Evangelischen Kirchentags in Berlin und Wittenberg. Also, wenn man es so sehen will, auch der letzte Tag eines großen religiösen Festes. Das Kirchentagsmotto stammt aus dem 1. Buch Mose, Kapitel 16, Vers 13 abgeleitet und lautet: „Du siehst mich“. In diesem Sinne ist Gott selbst einer, der den, ja, jeden einzelnen Menschen sieht und dem menschlichen Leben, jedem von uns, Kraft gibt, wie eine Quelle lebendigen Wassers. Diesen Anspruch hat Jesus für sich selbst erhoben nach dem Johannesevangelium, weil er sich mit seinem Gottvater ganz eins fühlte.

Ich wünsche uns allen, dass wir von dieser Kraftquelle, diesem Urquell des Lebens, dem Urquell aller Gnad, etwas für uns selbst spüren in unserem Leben, heute und an jedem Tag, vor allem immer dann, wenn wir „lebendiges Wasser“ dringend brauchen, damit wir gut oder wieder besser leben können und Leben in Fülle haben und davon in seinem Geiste weitergeben können! Darum bitten wir unsern Gott.

Amen.

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Predigt an Exaudi, 28.5.17

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