Evangelisch-Lutherische Kirchengemeinde Berg am Starnberger See

Datenschutzerklärung


Anmeldung / Abmeldung
Newsletter



Online Anfrage für
Taufe oder Trauung


Gemeindebrief

mit Einzelseiten zum Download


 Kirchenvorstands-
sitzungen
im 2. Halbjahr 2018

09.07., 17.09., 15.10.

jeweils 20.00 Uhr


Familien- und Kindergottesdienste

22.07., 02.12.


Theologie für die Gemeinde
mit Pfarrer Johannes Habdank

Montag 22.10., 20.00 Uhr


Offenes Tanzen 

Tanzen mit Christa 
für Jung und Alt

20.07., Aug. entfällt, 21.09., 19.10.

  jeweils Freitag, 20.00 Uhr


 





Evangelisch-Lutherische Kirchengemeinde Berg am Starnberger See

Aktuell

Predigt am Sonntag "Trinitatis", 27.5.2018

Aktuell >>

von Pfarrer Dr. Gerhard Pfister in St. Johannes, Berg

Predigttext Epheser 1,3-14

Liebe Gemeinde!

Vielleicht ist Ihnen heute an den Liedern in diesem Gottesdienst etwas aufgefallen, vielleicht sogar merkwürdig vorgekommen. „Lobet den Herren, alle, die ihn ehren“, dieses Lied haben wir zu Beginn des Gottesdienstes gesungen. Jeder Vers schließt mit dem Satz: Lobet den Herren! Kurz darauf nach dem „Ehre sei Gott in der Höhe“ statt des üblichen ersten Verses von „Allein Gott in der Höh“ den zweiten Vers dieses Liedes. „Wir loben, preisen, anbeten dich“. Und jetzt gerade vor der Predigt „Gelobet sei der Herr“, wo auch jeder Vers wieder mit diesen Worten beginnt „Gelobet sei der Herr“.


Eine gewaltige Anhäufung von „Loben“. Dabei gebrauchen wir das Wort ja normalerweise sehr selten. Sicher, das Lied „Lobe den Herren“ kennen wir alle, es ist mit das bekannteste Kirchenlied, es wird bei Taufen und Trauungen häufiger gewünscht als jedes andere (wir werden es nachher auch noch singen). Und das katholische Gesangbuch heißt Gotteslob. Aber wo wird sonst noch gelobt? Ein kleines Kind wird gelobt, wenn es sein Essen aufgegessen hat. In der Schule wird gelobt, wer das kleine Einmaleins oder ein Gedicht schön aufsagen kann. Von da aus klingt es zunächst einmal merkwürdig, wenn Gott gelobt wird. Es ist gut, wenn uns das auffällt und bewusst wird. Wir müssen uns jetzt aber nicht mit ermüdenden Worterklärungen und Begriffsunterscheidungen abquälen.

Wenden wir uns lieber dem Predigttext zu, der uns für den heutigen Sonntag Trinitatis vorgegeben ist. Er steht im 1. Kapitel des Briefs an die Epheser in den Versen 3 bis 14 und beginnt mit „Gelobt sei Gott“.

3 Gelobt sei Gott, der Vater unseres Herrn Jesus Christus, der uns gesegnet hat mit allem geistlichen Segen im Himmel durch Christus. 4 Denn in ihm hat er uns erwählt, ehe der Welt Grund gelegt war, dass wir heilig und untadelig vor ihm sein sollten in der Liebe; 5 er hat uns dazu vorherbestimmt, seine Kinder zu sein durch Jesus Christus nach dem Wohlgefallen seines Willens, 6 zum Lob seiner herrlichen Gnade, mit der er uns begnadet hat in dem Geliebten. 7 In ihm haben wir die Erlösung durch sein Blut, die Vergebung der Sünden, nach dem Reichtum seiner Gnade, 8 die er uns reichlich hat widerfahren lassen in aller Weisheit und Klugheit. 9 Gott hat uns wissen lassen das Geheimnis seines Willens nach seinem Ratschluss, den er zuvor in Christus gefasst hatte, 10 um die Fülle der Zeiten heraufzuführen, auf dass alles zusammen-gefasst würde in Christus, was im Himmel und auf Erden ist, durch ihn. 11 In ihm sind wir auch zu Erben eingesetzt worden, die wir dazu vorherbestimmt sind nach dem Vorsatz dessen, der alles wirkt, nach dem Ratschluss seines Willens, 12 damit wir zum Lob seiner Herrlichkeit leben, die wir zuvor auf Christus gehofft haben. 13 In ihm seid auch ihr, die ihr das Wort der Wahrheit gehört habt, nämlich das Evangelium von eurer Rettung – in ihm seid auch ihr, als ihr gläubig wurdet, versiegelt worden mit dem Heiligen Geist, der verheißen ist, 14 welcher ist das Unterpfand unsres Erbes, zu unsrer Erlösung, dass wir sein Eigentum würden zum Lob seiner Herrlichkeit.

Ein übervoller, überströmender Lobgesang! Was in den 12 Versen auf uns eindringt, das kann niemand auf einmal fassen. Da sind fast alle entscheidenden Hauptworte des Neuen Testaments aufeinander getürmt: Gott, der Vater, die Erschaffung der Welt, Himmel und Erde, die Erwählung, der Reichtum seiner Gnade, Jesus Christus und die Erlösung, die Vergebung der Sünden, das Kommen Jesu zur erfüllten Zeit, das Geschenk der Gotteskindschaft, das Evangelium, der Heilige Geist, der Glaube, die Liebe und unsere Hoffnung, unser Erbteil, unser Lob und Gottes Herrlichkeit, alles zusammen eine unübersehbare Fülle. Im griechischen Urtext des Briefes ist es noch verwirrender, denn dort sind es nicht 12 einigermaßen übersichtlich aufgegliederte Verse, sondern es ist ein einziger Satz mit über 200 Wörtern, und man ist fast versucht zu sagen: Auf Anhieb verständlich für die Handwerker und Hausfrauen in den christlichen Hausgemeinden in Ephesus und Umgebung sind diese urchristlichen Lobgesänge gewiss nicht gewesen. Und doch schlägt hier nicht einer marktschreierische Weisheiten los, die er sich über Gott ausgedacht hat.

Sondern da zeichnet einer zitternd und jubelnd ein Stück erfahrener Gotteswirklichkeit nach. Persönliche Erfahrung, wirkliche Erfahrung, die Wirklichkeit Gottes, die er in seinem eigenen Leben und in dieser unserer Welt erfahren hat. Und das alles wird mit einem Schlag klar und durchsichtig bis in die hinterste Christenhütte von Ephesus damals und bis ins einfältigste oder komplizierteste Leben eines Menschen von heute hinein, sobald wir bemerken, dass es da im Grunde nur um eines geht: um das Staunen darüber, wie Gott in unser Leben kommt, wenn Jesus bei uns Glauben findet. Das könnte man mit einem dicken Stift über dieses ganze Loblied schreiben als sein geheimes Thema. Diese vielen Worte und Bilder sind Lichtbrechungen eines einzigen Lichts in der Fülle gelebten Lebens. Davon ist dieser Lobgesang erfüllt, das will er als Erfahrung bezeugen und vor uns entfalten. Dass es sich um Erfahrung, um gute, beglückende Erfahrungen handelt, zeigt sich darin, dass sie alle als Segen erlebt werden. Der Segen Gottes erfüllt unser Leben. Gott hat diese Welt geschaffen und die Menschen, jede und jeden von uns als einmaligen unverwechselbaren Menschen, von Gott beim Namen gerufen, nicht nur als belangloses Staubteilchen unter vielen Milliarden. Wer jetzt gesegnet wird, ist von Anbeginn durch den Schöpfergott dazu ausersehen worden. Und Gott ist der Gott, der jetzt an unserer Seite ist. In Jesus Christus, der unter uns Menschen gelebt hat und gelitten hat wie ein Mensch nur leiden kann, erkennen wir die menschliche Seite Gottes. So stellt sich Gott an unserer Seite. Und das auch dann, wenn wir ihn nicht verstehen. Gott an unserer Seite erträgt unsere Wut, unsern Zweifel und Kummer und unseren Schmerz.

Und der Segen Gottes wird auch als Lebensenergie, als Lebenskraft erfahren. Wir erfahren den Gott, der uns in unserem Leben ganz nahe ist, in seinem Geist. Dem Heiligen Geist, der uns im Leben beflügelt, immer wieder begeistert, uns Hoffnung schenkt, uns stark macht und die Kraft gibt, diese Welt zu gestalten.

Was ich jetzt in dieser Predigt aufgegriffen habe, sind nur ein paar Schlaglichter, einige wenige Punkte aus der Fülle dieses übervollen, überströmenden Lobgesangs. Wir könnten noch lange so fortfahren und würden immer wieder feststellen: Es geht wirklich nur um eines, um die erlebte Erfahrung und das Staunen darüber, wie Gott in unser Leben kommt, wenn Jesus bei uns Glauben findet. Es wird nur aufgezählt und jubelnd beschrieben, wie Gott sich bei uns und für uns erfahren lässt auf seiner und unserer Erde, mit vielfältigem Segen, der unser Leben reich macht.

Die Aufzählung ist natürlich ein Dank an Gott. In den meisten Briefen des Neuen Testaments, vor allem in den Paulusbriefen, steht an dieser Stelle, am Anfang des Briefes gleich nach der Anrede an die Briefempfänger, ein Dank an Gott. Aber hier im Epheserbrief heißt es nicht nur „Gott sei Dank“, sondern „Gelobt sei Gott“. Darin ist der Dank für den erfahrenen vielfältigen Segen sicher enthalten, aber er ist nicht alles. Da ist noch mehr. Da gibt es einen Überschuss über den Dank hinaus. Da ist auch und vor allem die unbeschreibliche Ahnung, dass Gott noch weit mehr und viel größer ist als die reichen Segensgaben, mit denen er uns in unserem Leben begegnet. Deshalb das „Gelobt sei Gott“, jubelnde Anbetung. Die Gemeinden, die diesen Brief bekommen haben, damals in Ephesus und Umgebung, heute hier bei uns, lädt er ein, in diesen jubelnden Lobpreis einzustimmen.

Amen. 

 

Zurück

 

Evangelische Termine in Bayern

Aktuelle Nachrichten

Familiengottesdienst am 8. So. nach Trinitatis (22.07.2018) -- "Die Sonnenblume"

mit Pfarrer Johannes Habdank und Team im Katharina von Bora-Haus

weiter lesen


Kunstwerk des Monats (Juli und August) am 11.07.2018

mit Marlies Beth aus Berg und Julius Wurst aus Pöcking

weiter lesen


Seniorenkreis am 10.07.2018

Ausflug zum Kloster Wessobrunn

Bilder


08.07.2018 - Gottesdienst am 6. Sonntag nach Trinitatis

Predigt von Pfarrer Johannes Habdank in St. Johannes, Berg

weiter lesen


Sommerfest am 6.7.2018

im Katharina von Bora-Haus mit Geistlichem Wort von Pfarrer Johannes Habdank

weiter lesen


1.7.2018 - Gottesdienst zum Konfirmationsjubiläum

Predigt von Pfarrer Johannes Habdank in der Friedenskirche, Starnberg

weiter lesen


24.6.2018 - Podiumsdiskussion mit Ludwig II. Experten

König Ludwig II. und die Rätsel von Schloss Berg am Starnberger See

weiter lesen