Evangelisch-Lutherische Kirchengemeinde Berg am Starnberger See


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Baltikumreise 2018
vom 22. bis 30.09.

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08.01., 05.02., 05.03.,
09.04., 07.05., 04.06.

jeweils 20.00 Uhr


Familien- und Kindergottesdienste
(derzeit keine)


Theologie für die Gemeinde
mit Pfarrer Johannes Habdank

26.02., 23.04., dann wieder im Herbst

jeweils Montag, 20.00 Uhr


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Tanzen mit Christa 
für Jung und Alt

16.03., 13.04., 18.05., 
15.06., 20.07., Aug. entfällt

  jeweils Freitag, 20.00 Uhr


 





Evangelisch-Lutherische Kirchengemeinde Berg am Starnberger See

Aktuell

Predigt am Letzten Sonntag nach Epiphanias, 21.1.2018

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von Prädikantin Cornelia Jung im Katharina von Bora-Haus
über Offenbarung 1,9-18

Liebe Gemeinde,

wir haben heute schon wieder den letzten Sonntag der Weihnachtszeit. Eben saß ich noch, vielleicht mit Ihnen zusammen, in der Christvesper in Aufkirchen. Wir hörten die Weihnachtsgeschichte, eine Auslegung dazu, sahen den Christbaum hell erleuchtet und sangen die wunderbaren Weihnachtslieder. Bilder, die wir noch im Kopf, in den Augen und auch in den Ohren haben – ja vielleicht sogar in der Nase. Bilder volle Glanz und Frieden und Freiheit und sie machten den Himmel über uns ganz weit.

Jetzt geht die Weihnachtszeit zu Ende, wo alle etwas langsamer, friedvoller und freundlicher unterwegs sind. Der Alltag hat uns schon wieder fest im Griff. Der Christbaum wird nun endgültig abgeschmückt, wo es nicht schon längst passiert ist. Das Gesagte, Gefühlte, Gehörte und der Duft von Weihnachten – können wir das alles nicht mitnehmen in das so frische Jahr?

Erinnern Sie sich zurück an ein besonders schönes Bild der Weihnachtstage!
Behalten Sie es in ihrem Kopf und den Glanz in ihren Augen!

Bilder haben eine besondere Kraft. Das kennen wir hier in der Gemeinde, so viele kommen immer zum Kunstwerk des Monats. Bilder sind irgendwie magisch. Die Interpretation eröffnet einen weiten Horizont, lassen jedem einzelnen Betrachter Spielraum. Bilder erwecken Erinnerungen an Worte, Musik oder Düfte.

Bilder können uns auch Angst machen und sind nur schwer zu verdrängen. 
Bilder können mich aber auch trösten, mir neue Kraft schenken.
Angstbilder können nur durch starke, strahlende Bilder verdrängt werden.

Wer hat Harry Potter gelesen oder die Filme angeschaut? „Expecto patronum“: Ich erwarte meinen Schutzherrn.
So lautet der Zauberspruch, um ein besonders Bild entstehen zu lassen. Der Patronus ist eine Lichtgestalt, eine Tier. Jeder Zauberer erschafft dabei ein anderes Wesen, denn es ist verknüpft mit einer besonders glücklichen Erinnerung. Das schwierige daran ist allerdings, dass diese Lichtgestalt nur erscheint, wenn der Betroffene in großer Gefahr ist und große Angst hat. Gerade dann muss er sich auf eine Erinnerung voller Glück und Liebe konzentrieren können.

Und beim Dämonenkampf empfiehlt der Lehrer Pontikus, einen Standpunkt außerhalb seiner Angst einzunehmen, indem man dem Dämon ein Bibelwort entgegen schleudert, damit wird das Gefühl der Geborgenheit bei Gott heraufbeschworen.
Fällt Ihnen schon eines ein? Ein Konfirmationsspruch vielleicht?
Mit diesem Bibelwort ist der Dämon zu besiegen.

Was für eine kluge Frau Mrs. Rowling doch ist.

Vielleicht hat sie den Predigttext von heute gelesen. Er steht in der Offenbarung des Johannes. Auch Johannes hat große Angst. Er hat Angst vor Bedrohung durch die Christenverfolgung. Er macht sich große Sorgen um die bestehenden Gemeinden. „Expecto patronum“ wird Johannes nicht gerufen haben, aber unseren Schutzherrn, Gott, den hat er bestimmt um Hilfe angerufen. Und er hat ein Bild geschenkt bekommen, das ihm Trost und Mut spenden soll.

Wenn Sie mögen, schließen Sie ihre Augen,
lassen Sie langsam aus ihrer Dunkelheit ein farbiges Bild entstehen.

Offenbarung 1,9-18
9Ich, Johannes, euer Bruder und Mitgenosse an der Bedrängnis und am Reich und an der Geduld in Jesus, war auf der Insel, die Patmos heißt, um des Wortes Gottes willen und des Zeugnisses von Jesus. 10Ich wurde vom Geist ergriffen am Tag des Herrn und hörte hinter mir eine große Stimme wie von einer Posaune, 11die sprach: Was du siehst, das schreibe in ein Buch und sende es an die sieben Gemeinden: nach Ephesus und nach Smyrna und nach Pergamon und nach Thyatira und nach Sardes und nach Philadelphia und nach Laodizea.
12Und ich wandte mich um, zu sehen nach der Stimme, die mit mir redete. Und als ich mich umwandte, sah ich sieben goldene Leuchter 13und mitten unter den Leuchtern einen, der war einem Menschensohn gleich, angetan mit einem langen Gewand und gegürtet um die Brust mit einem goldenen Gürtel. 14Sein Haupt aber und sein Haar war weiß wie weiße Wolle, - wie der Schnee, und seine Augen wie eine Feuerflamme 15und seine Füße wie Golderz, das im Ofen glüht, und seine Stimme wie großes Wasserrauschen; 16und er hatte sieben Sterne in seiner rechten Hand, und aus seinem Munde ging ein scharfes, zweischneidiges Schwert, und sein Angesicht leuchtete, wie die Sonne scheint in ihrer Macht. 17Und als ich ihn sah, fiel ich zu seinen Füßen wie tot; und er legte seine rechte Hand auf mich und sprach zu mir: Fürchte dich nicht! Ich bin der Erste und der Letzte 18und der Lebendige. Ich war tot, und siehe, ich bin lebendig von Ewigkeit zu Ewigkeit und habe die Schlüssel des Todes und der Hölle.

AMEN

Menschensohn
Augen wie eine Feuerflamme
aus seinem Munde ging ein scharfes, zweischneidiges Schwert
Fürchte dich nicht!

Wo erkennen Sie Ihr Jesus-Bild darin?
Es ist ein Trostbild!
Es ist ein Mut-mach-Bild!

Es ist ein Bild, dass hinausposaunt werden will!

Schauen wir uns das Bild an.  

Wir tauchen dabei in die Welt des Johannes, in die Zeit irgendwo zwischen 86 und 91 nach Christi Geburt.

Johannes wird diese Vision geschenkt, als die Christen unter der Herrschaft des Kaisers Domitian leben. Der Kaiser regiert mit harter Hand. Er hat den Kaiserkult wieder eingeführt und lässt sich als Herr und Gott verehren und natürlich auch anbeten. Wer das nicht tut wird verfolgt, eingesperrt, verbannt oder getötet. Für die Christen und auch für die Juden ist das unmöglich. Wir beten nur einen an, Gott unseren Vater, Jesus Christus seinen Sohn und den Heiligen Geist.

Dieser Anspruch auf bedingungslose Unterwerfung es Machtmenschen kennen wir auch in unserer eigenen Geschichte und erleben es in vielen Ländern noch heute jeden Tag.

Die christlichen Gemeinden leben in Angst, weil sie auf keinen Fall einem Kaiser huldigen können. Viele Menschen verlassen die Gemeinde, vielleicht aus Angst oder sie sehen keine Notwendigkeit mehr einem Menschensohn zu folgen, der in einer armen Krippe zur Welt kam, wo doch hier ein Kaiser voller Macht und Glanz das Sagen hat.
Auch das kennen wir aus unserem Leben.

Johannes fühlt sich für diese Gemeinden verantwortlich.
Er trägt diese Last auf seinen Schultern. Er hat Angst. Und wie der Zauberlehrling benötigt er jetzt eine Erinnerung voller Liebe Zuversicht, Glanz und Stärke, die ihn rettet vor den Dämonen seiner Welt.

 

Auf der Insel Patmos, verbannt oder geflohen, ist nicht ganz klar, ist sein Leben, sein Fokus konzentriert auf sich selbst und auf Gott. Gleichzeitig steht ihm die Weite des Meeres, der Horizont, die Größe unserer Welt vor Augen. Genau hier bekommt er diese gewaltige Vision geschenkt, die ihm und auch uns zeigt, wo unser Platz im Leben ist und wer uns unsere Kraft und Liebe schenkt.

Nun schauen wir uns das Bild genauer an:

Die Leuchter der sieben Gemeinden sind kreisförmig aufgebaut.
Sie wirken irgendwie verbunden,
als würden sie sich an den Händen fassen.
Sie leuchten besonders hell und zeigen damit,
dass ihre Kraft nicht zu unterschätzen ist,
dass sie besonders sind.

Verbundenheit zwischen Gemeinden das stärkt uns. Das merken wir, wenn wir ökumenische Gottesdienste in Aufkirchen feiern, auf Kirchentage fahren. Oder wenn die Wolfratshauser Gemeinde ihre Partnergemeinde in Palästina in Beit Jala besucht. Wir sind nicht alleine im Glauben. Wir sind viele und ganz unterschiedlich und das ist gut so. Die einzelnen Lichter auf dem Leuchter - also wir -dürfen in unserer eigenen Helligkeit strahlen. Und wir wirken doch zusammen.

Die Anzahl der Leuchter, sieben, ist die Zahl der Vollkommenheit.
3 – Gott Vater, Sohn und Heiliger Geist plus
4 – die Himmelsrichtungen stehen für die Menschen in der Welt.
Beides zusammen ist die Verbindung Gott und Mensch.

Diese vollkommene Verbindung können wir im Leben spüren und besonders im stillen Gebet in der direkten Verbindung mit Gott.

Der Menschensohn steht im Zentrum umgeben vom weißen Licht der Ewigkeit.
Kleidung und Gürtel sind die eines Hohen Priesters, der Zugang zum Allerheiligsten hat.

Gott Vater der Ursprung, Jesus Christus, die Mitte, der Angelpunkt unseres Lebens, der Heilige Geist mit seiner Weite, DAS ist DIE Kraftquelle unseres Lebens. Hier holt Johannes seinen Mut zum Leben in Verfolgung. Hier dürfen wir unsere Akkus für unser Leben wieder aufladen. Mit ihrer Hilfe können wir die großen Fragen unseres Alltags lösen. Viele Antworten sind in der Bibel zu finden, im WORT Gottes. Schleudern wir Gottes Wort unserer Angst entgegen.

Die Sonne ist das Symbol der Gerechtigkeit.
Das zweischneidige Schwert zeigt Gottes Macht als Richter.
Der Menschensohn, Gott alleine nur kann Richter sein.
Das weiße Haar und die roten Augen unterstreichen seine Würde und Macht,
die die eines Kaisers überstrahlt.

Vielleicht ist Johannes auch vor Erleichterung wie tot zu Boden gefallen.
Ich kann mir nichts Schwierigeres vorstellen als in der Welt wirklich und wahrhaftig Recht zu sprechen. Das Feld ist doch viel weiter, verwinkelter, verzwickter, unüberschaubarer als es ein weltlicher Richter vor sich hat. Ich vermag nicht zu urteilen, was richtig und was falsch ist.
Ich bin froh, dass diese Last nicht auf meinen Schultern liegt.

Die sieben Sterne in der Hand, zeigt Jesus Christus als den Weltherrscher,
inklusive des ganzen Universums.

Diese Größe hat kein Kaiser, kein Diktator, kein Präsident. Da können sie noch so viele Raketen und Raumstationen ins Weltall schicken. Das Ende dieser Dimension werden sie nie erreichen. Sie ist eigentlich unvorstellbar und kann nur in Gottes Hand liegen.

Das weiße Licht der Ewigkeit scheint durch den Menschensohn hindurch.
Er ist der Mittelpunkt allen Lebens und die Tür zur Ewigkeit.

Hier ist der Übergang der Weihnachtszeit zu Ostern. Jesus ist uns an Weihnachten ganz nah gekommen. Er hat unser Leben mit all seinen Tränen und Freuden mit uns gelebt. Und über Karfreitag, der menschliche Tiefpunkt, was an Leiden möglich ist, darüber hinaus nimmt er uns mit durch die Tür des Todes in die Ewigkeit. Er schenkt uns neues Leben in einem neuen Licht bei Gott. Dort sind wir geborgen in der wahrhaftigen Liebe Gottes.

Solche Licht-Visionen hatten schon viele Menschen. Und damit meine ich nicht nur die Nahtoderlebnisse. Wer einmal durch die offene Tür in das Licht der Liebe Gottes blicken durfte, weiß mit welch einer Kraft wir dort überschwemmt werden. Dort werden wir aufgenommen und erlöst sein. Das hört sich jetzt für Sie vielleicht etwas irre an, aber auch die Vision des Johannes zeigt es.

Jesus berührt Johannes mit seiner rechten Hand.

Johannes kommt mit Gott direkt in Berührung – hier dargestellt durch eben dieses weiße Licht.
Jesus Christus erweckt ihn zu neuem Leben, in einem neuen Licht.

Es ist unsere Chance, dass auch wir uns von diesem Licht Gottes berühren lassen und zu einem neuen Leben erwachen.

Fürchte dich nicht!
Wir können durch Gottes Licht für uns und unsere Mitmenschen leuchten.

Fürchte dich nicht!
Wir können durch die Liebe Gottes, Liebe weitergeben.

Fürchte dich nicht!
Wir können durch die Berührung Gottes andere Menschen berühren und wieder aufrichten.

Fürchte dich nicht!
Wir können Gott loben - laut, mit Posaune, Trompete, Orgel, Gesang oder Worte, weil er uns aus der Tiefe der Angst geholt hat.

Fürchte dich nicht!
Wir können das Licht von Weihnachten in das neue Jahr tragen.
Denn er trägt uns.


Der Friede Gottes, der höher ist als all unsere Vernunft,
bewahre unsere Herzen und Sinne in Christus Jesus.


Amen

 


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