Evangelisch-Lutherische Kirchengemeinde Berg am Starnberger See

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Ostersonntag 2018

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Über den „ungläubigen Thomas“ von Pfarrer Johannes Habdank

Liebe Gemeinde,

Zu den Fotos vom Gottesdienstvon jemandem, der nur schwer zu überzeugen ist und selbst für Dinge, die auf der Hand liegen, Beweise sehen will, sollte man laut Duden, Band „Sprichwörter und Redewendungen“, sagen oder zumindest sich denken: „So ein ungläubiger Thomas!“ Ja, der Thomas ist sprichwörtlich geworden: als Ungläubiger und als der, der den Finger in die Wunde legt. Beides stimmt aber nicht!


Gut, Thomas war ungläubig, und zwar den anderen Jüngern gegenüber. Ihren Worten schenkte er keinen Glauben. Sie hatten ihm erzählt, der Gekreuzigte sei ihnen als Auferstandener begegnet: „Wir haben den Herrn gesehen!“ Das glaubte er ihnen nicht. Er wollte den Herrn auch selber sehen! Denn Thomas war ja nicht dabei gewesen. Was will aber Thomas damit mehr, als die anderen Jünger wie von selbst, von Christus selbst, geboten bekommen hatten? Darin unterscheidet er sich nicht von den anderen Jüngern.

Und doch will Thomas zunächst mehr! Er will Jesus als seinen Christus nicht nur an seinen Wundmahlen sehender Weise erkennen, sondern auch seinen eigenen Finger auf die Wunden legen. Er will sie fühlen. Und dass Sehen, Fühlen, ja sogar Riechen von etwas, nicht so einfach ist, um Klarheit zu schaffen, womit man es zu tun hat, das haben wir ja gerade selber merken können.

Als es auch für Thomas so weit ist, dass der Auferstandene ihm erscheint, tut es Thomas tatsächlich aber nicht: Er langt seinem Christus nicht in die Wunde. So weit kommt es nicht! Der, den er sieht, der fordert ihn zwar dazu auf: „Reiche deinen Finger her und sieh meine Hände und reiche deine Hand her und lege sie in meine Seite!“ Das aber tut Thomas tatsächlich nicht, zumindest steht davon nichts geschrieben. Thomas begnügt sich mit dem Sehen, und er reagiert erst auf das Wort: „Sei nicht ungläubig, sondern gläubig!“ Ich bin nicht ein für allemal tot – nein, ich bin das wahre Leben, auch für dich! Darauf reagiert Thomas, antwortet und spricht: „Mein Herr und mein Gott!“

Ja, mein Gott! Was haben wir nur aus dem gläubigen Thomas gemacht! Er hat seinem Herrn auf´s Wort geglaubt, wie zuvor die anderen Jünger. Wir nennen ihn also zu Unrecht den „Ungläubigen“, denn im Ergebnis war Thomas nicht weniger gläubig als die anderen Jünger auch. Das ist der eine Punkt, den ich Ihnen heute zu bedenken geben will.

Und der andere Punkt ist, dass Thomas nicht einfach der Kunde anderer traut und dem Hörensagen seiner Genossen, nur weil sie es sind. Er misstraut der Glaubenssicht der anderen und zweifelt solange, bis ihm sein ganz eigenes, persönliches religiöses Bestätigungserlebnis zuteil wird.

Liebe Gemeinde, das hat schon etwas Urprotestantisches und auch sehr Modernes an sich. Glaube an Jesus Christus ist nach dieser Ostergeschichte nicht Glaube an das, was einem von anderen über ihn erzählt wird oder tradiert ist, also für heute gesagt: nicht, was die kirchliche Tradition oder auch aktuelle kirchlichen Institutionen erzählen. Sondern allein, was Du aus deinem Leben heraus davon glauben kannst, weil es dir persönlich widerfährt und einleuchtet. Und mag es nur ein Weniges sein: weniger ist oft mehr, gerade in Glaubensdingen, es muss für dich tragfähig sein und halten, was es verspricht, im Zusammenhang deiner persönlichen Sinnsuche. Im religiösen Verhältnis, da stehst Du persönlich für dich alleine, du mit deinem Leben, wenn auch in Gemeinschaft mit anderen Christen. Aber es hilft dir letztlich keine äußerlich-menschliche Autorität, keine Kirche mit ihren Lehren, kein Papst, kein Luther, keine Diözese, keine Landeskirche, auch kein biblischer Apostel, nein: letztlich nicht das, was die anderen sagen, sondern nur dein eigener Glaube, wie du deinen Gott erfährst. Und wenn es „nur“ das kaum hörbare, verborgene „Ja“ deines Gottes ist, das du in deinem Inneren für dich vernimmst.

Der kritisch-gläubige Thomas: er musste sich von dem Auferstandenen sagen lassen: „Selig sind die, die nicht sehen, und doch glauben!“ Das betrifft aber auch die anderen Jünger. Und das gilt entsprechend auch für uns, liebe Gemeinde, eigentlich noch verstärkt!

Denn wir haben ihn nie gesehen, ihn, Jesus. Wir haben ihn persönlich nicht mitbekommen, wie er gelebt hat und wie er ans Kreuz gegangen ist. Wir haben aus der Bibel und vom kirchlichen Hörensagen mitbekommen, dass der Gekreuzigte als Auferstandener den Seinen erschienen ist und über seinen Tod hinaus neues Leben gewonnen hat für viele.

Und so sind auch wir, wie Thomas, angewiesen darauf, dass uns Jesus in einem lebendigen Bild persönlich vor Augen tritt. Damit auch wir selber glauben können, jeder unvertretbar durch andere, persönlich für sich. Wie Thomas: die Thomas-Geschichte ist auch unsere Geschichte. So dass es unumgänglich ist, dass jeder seinen eigenen Glauben ausbildet und auch zu verantworten hat und weiß, und zwar in den ganz unterschiedlichen, sich entwickelnden Stadien und Phasen des Lebens. Und dabei wissen auch wir nicht, wie Thomas, was vielleicht überraschend Neues, neues Leben Spendendes auf uns zukommt, an Ostern und im Alltag unseres Glaubenslebens. Der Zweifel ist der erste Schritt zum Glauben. Damals wie heute. Das ist auch eine der grundlegenden Einsichten Luthers gewesen. Was andere glauben, ist nicht der Maßstab für den eigenen Glauben. Du musst selber glauben können, wie es dir gegeben ist. Ja, wir sind insofern alle Thomas, als moderne Protestanten in evangelisch-lutherischer Tradition allzumal!

Dass unsere Zweifel im Glauben überwunden werden, wie beim Ostererlebnis des Thomas, das wünsche ich uns allen: das wäre Auferstehungsglaube heute, nicht nur an Ostern - frohe Ostern! Amen.

Und der Herr sei mit eurem Geiste. Amen.

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