Evangelisch-Lutherische Kirchengemeinde Berg am Starnberger See

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Evangelisch-Lutherische Kirchengemeinde Berg am Starnberger See

Aktuell

Konfirmationspredigt 2017 von Pfarrer Johannes Habdank

Aktuell >>

über das Gleichnis vom vierfachen Acker (Mk 4, 1-9; 13-20)

Liebe Festgemeinde!

Liebe Konfirmanden, 
was wir zusammen seit letzten September besprochen, erarbeitet, erlebt haben, das war schon einiges: viele interessante Diskussionsbeiträge und Gedanken von euch, manchmal auch erstaunliche Verhaltensweisen … . Es gab auch immer genug zu lachen, und die beiden Freizeiten haben mir, haben allen Spaß gemacht, euch und den Mentoren sicher auch, mir unter anderem besonders dann, wenn´s nachts doch noch irgendwann leiser wurde – und am Morgen nicht zu früh wieder die Türen schlugen und sich lauthals jugendliches Kampfgeschrei erhob! Hätte ich mal eine Tonaufnahme machen sollen für heute, nur: dieses heutige Wochenende heißt der Sonntag „Kantate“, also „Singt!“ Das ist ein bisschen was anderes.

Die Inhalte, die wir zusammen besprochen haben und uns durchaus auch kritisch angeeignet haben, kommen naturgemäß bei jedem anders an, wenn überhaupt. Die Bandbreite ist da denkbar groß: manches interessiert den einen gar nicht, andere dafür schon oder gar sehr, dafür ist der eine wach dabei, wenn´s um ein Thema wie „Buddhismus im Vergleich zum Christentum“ geht, was andere wieder weniger anspricht. „Tod und Ewigkeit“ ist natürlich besonders spannend, oder doch noch zu weit weg? Oder war´s eher skurril wie unter anderem die Beschäftigung mit Sekten am Beispiel von Scientology im deutlichen Unterschied zum biblischen und kirchlichen Christentum, auch Gemeinde heute? Ja, die Themen und Inhalte unserer gemeinsamen Zeit sind vielfach auf fruchtbaren Boden gefallen oder auch eher nicht, je nachdem!

Das ist nicht erst heute so, das hat schon Jesus so erlebt und gesehen. Er erzählt davon in einem Gleichnis, dem Gleichnis vom Sämann oder, treffender, vom vierfachen Acker, wie wir es auf dem Bild vorne auf dem Liedblatt sehen. Es steht bei Markus. Matthäus und Lukas haben es von Markus übernommen - also Predigttext für Eure Konfirmation heute: Markus 4, 1-9:

„Und Jesus fing abermals an, am See zu lehren. Und es versammelte sich eine sehr große Menge bei ihm, sodass er in ein Boot steigen musste, das im Wasser lag; er setzte sich, und alles Volk stand auf dem Lande am See. Und er lehrte sie vieles in Gleichnissen; und in seiner Predigt sprach er zu ihnen: Hört zu! Siehe, es ging ein Sämann aus zu säen. Und es begab sich, indem er säte, dass einiges auf den Weg fiel; da kamen die Vögel und fraßen's auf. Einiges (andere) fiel auf felsigen Boden, wo es nicht viel Erde hatte, und ging alsbald auf, weil es keine tiefe Erde hatte. Als nun die Sonne aufging, verwelkte es; und weil es keine Wurzel hatte, verdorrte es. Und (wieder) einiges (anderes) fiel unter die Dornen, und die Dornen wuchsen empor und erstickten's, und es brachte keine Frucht. Und (wiederum) einiges fiel auf gutes Land, ging auf und wuchs und brachte Frucht, manches trug dreißigfach, manches sechzigfach und einiges sogar hundertfach. Und er sprach: Wer Ohren hat zu hören, der höre!“

Ja, gehört habt ihr die Geschichte schon auf der Konfirmandenfreizeit am letzten Wochenende, jetzt habt ihr die Geschichte wieder gehört, die Frage ist, ob man sie versteht, ja, wie man dieses Gleichnis von Jesus überhaupt verstehen, interpretieren soll!

Das war schon unter den Jüngern Jesu und den ersten Christen danach nicht ganz klar, weil: Jesu Gleichnisse hatten auch immer etwas Geheimnisvolles an sich; auch wenn das Bild vom Sämann, der Getreidekorn aussät damals jedem vor Augen stand - Bauern, Handwerker und Händler waren die Hauptberufe damals - , hier geht es jetzt eben um den Bauern, wenn er sät. Manche Samen fallen auf den Weg und sind weg. Manche auf Steinboden mit wenig Erde, so dass nichts recht lang halten kann. Manche fallen unter einen Dornbusch, so dass sich die jungen Pflanzen nicht entwickeln können. Und dann gibt es da auch noch den fruchtbaren Boden, wo der Same sich entfaltet, Wurzeln treiben kann, und die Pflanze blüht und gedeiht, und Früchte hervor-bringen kann, also: „Nutzen für andere“!

Also das Bild ist schon klar, aber was soll es sagen? Dass der Sämann irgendwie für Gott steht bzw. sein Wort und seinen Willen, wie Jesus ihn predigt und lebt, liegt nahe. Aber was bedeuten diese vier Böden, auf die der Same fällt?

Weil das eben nicht klar war, liefert Markus in seinem Evangelium ein paar Zeilen weiter selber eine Deutung des Gleichnisses vom Sämann, und die geht so:

„Und Jesus sprach zu ihnen: Versteht ihr dies Gleichnis nicht, wie wollt ihr dann die andern alle verstehen? Der Sämann sät das Wort.
Das aber sind die auf dem Weg: wenn das Wort gesät wird und sie es gehört haben, kommt sogleich der Satan und nimmt das Wort weg, das in sie gesät war. Desgleichen auch die, bei denen auf felsigen Boden gesät ist: wenn sie das Wort gehört haben, nehmen sie es sogleich mit Freuden auf, aber sie haben keine Wurzel in sich, sondern sind wetterwendisch (wörtlich: Menschen für den Augenblick); wenn sich Bedrängnis oder Verfolgung um des Wortes willen erhebt, so fallen sie sogleich ab (vom Glauben). Und andere sind die, bei denen unter die Dornen gesät ist: die hören das Wort, und die Sorgen der Welt und der betrügerische Reichtum und die Begierden nach allem andern dringen ein und ersticken das Wort, und es bleibt ohne Frucht. Diese aber sind's, bei denen auf gutes Land gesät ist: die hören das Wort und nehmen's an und bringen Frucht, dreißigfach, sechzigfach, hundertfach.“

Es sind also vier Menschentypen, genauer: religiöse Typen, die hier gemeint sind: an den einen prallt alles ab, der Inhalt kommt gar nicht an, weil es da etwas grundsätzlich Verhinderndes gibt („Satan“ ist im Hebräischen der Verhinderer, der das Gelingen verhindert). Bei den nächsten kommt zwar was an, aber nur kurze Zeit (Menschen, die nur für den Augenblick leben), dann ist der Glaubensinhalt wieder weg. Die dritten nehmen den vermittelten Inhalt zwar an, ihr Leben ist aber völlig überlagert von anderen, alltäglichen Lebensphänomenen wie Sorge um ihre Welt, ihre kleine und die große, übertriebenes materielles Besitzstreben, tausenderlei Begierden nach allem Möglichen und Unmöglichen, so dass der Glaube bzw., allgemeiner gesagt, das religiöse Thema und ethische Interesse völlig überlagert und erstickt wird. Schließlich gilt nach Markus als gutes Land, wer Gottes Wort und Willen aufnimmt und vor allem - dann auch tut! Nicht nur für gut hält und Gottes Willen auch will, sondern auch umsetzt, tut, also zum Beispiel: Gebot der Nächstenliebe: für andere da sein, die dein Dasein für sie brauchen – das sollen wir nicht nur wollen, sondern tatsächlich auch tun, machen, „Frucht bringen“, wie es bildlich heißt.

Wie es auch ein Spruch, den ich neulich zugeschickt bekommen habe, zum Ausdruck bringt: „Wollen ist wie machen. Nur fauler!“ Jesus hat gesagt: „An ihren Früchten werdet ihr sie erkennen!“ Also am Tun!

Liebe Konfirmanden, man könnte jetzt die vier verschiedenen Bodenarten, auf die das Samenkorn fällt, auch auf Euch beziehen und fragen, wer ist mehr Weg oder Stein oder Boden unter dem Dornbusch, und wer ist Frucht bringendes Feld? Und diese Frage könnte man auch auf jeden von uns hier ausweiten, natürlich auch auf mich.

Ich halte dieses eindeutige Zuordnen und Zusortieren aber für problematisch. Und wenn ich das jetzt machen würde, wäre das anmaßend und überheblich. Denn ich meine, dass jeder Mensch alles vier ist. Ihr, Sie, ich. Je nach Inhalt, der dich mehr oder weniger trifft, betrifft, je nach Entwicklungs- und Lebens-phase, in der du dich gerade befindest, und je nach aktueller Erlebnissituation, in der du dich vorfindest, auch nach gerade vorherrschender Interessenslage, ja, sogar Lust und Laune, die du gerade hast. Jeder enthält in sich alle vier Böden oder Äcker, wie es in der Luther-Bibel genannt wird.

Die Tendenz zum überwiegend fruchtbaren Boden, der du wünschenswerter Weise sein solltest, ist dabei klar. Aber die hat und das ist nicht jeder, und schon gar nicht immer, wir sollen es aber werden.

Und so ist euer Konfirmandenjahr idealerweise ein Schritt in diese Richtung hin auf „Frucht bringen“ im christlichen Sinne gewesen: sich diverse religiöse und ethische Inhalte und Einstellungen anzueignen, möglichst nachhaltig und bleibend, also nicht nur für den Augenblick. Und es kann und wird hoffentlich bei euch immer wieder Phasen und neue Anläufe zum Verstehen des Christlichen und seinem Tun geben, zum Umsetzen, zum Machen der Nächstenliebe.

Und so ist es ja eigentlich bei jedem Christenmenschen: den perfekten Christen gibt es nicht. Und wer meint es zu sein, ist gerade darin nicht perfekt, denn: er irrt sich. Denn wir sind in Religionsdingen, wenn es um die Sinndeutung des Lebens und der Welt, unseren Glauben und unsere Orientierung für das, was wir tun, geht, immer wieder Menschen, die merken: wir sind es noch nicht ganz. Menschen, die neue Erfahrungen mit dem Leben machen – und wir haben jedesmal wieder andere Lebensfragen, auch Fragen, für die es keine fertigen Antworten gibt, vielleicht sogar gar keine Antworten: wo der Sinn, ein höherer oder tieferer, offen bleibt, bleiben muss. Wo wir an unsere Verstehensgrenzen stoßen, weil Glaube und religiöse Lebensdeutung ein lebenslanges Lernen sind, durch alle guten und schlechten Zeiten, bis ans Ende. Entwicklung offen! Ackerfeld wechselnd!

Und so widme ich Euch, liebe Konfirmanden, wie schon allen Euren Vorgängern, zum Abschluss eurer Konfirmandenzeit einen zentralen Gedanken von Martin Luther, er hat gesagt:

„Das christliche Leben ist nicht Frommsein, sondern Frommwerden,
nicht Gesundsein, sondern Gesundwerden,
nicht Sein, sondern Werden,
nicht Ruhe, sondern Übung.
Wir sind´s noch nicht, wir werden´s aber.
Es ist noch nicht getan und geschehen,
es ist aber im Gang und Schwang.
Es ist nicht das Ende, es ist aber der Weg.
Es glüht und glänzt noch nicht alles, es bessert sich aber alles.“

Das wollen wir hoffen! Auf die Hoffnung auf eine positive Entwicklung im Leben und Glauben hin, dazu sollt ihr gesegnet werden in Eurer Konfirmation heute.

Amen.

Und der Herr sei mit eurem Geiste.
Amen.



 

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1819VCP Pfadinder202122BergerBlechBläser23Abbau Krippenausstellung
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Christvesper
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Katharina von Bora-Haus, Gemeindesaal

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Andacht zum Friedenslicht

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Katharina von Bora-Haus, Gemeindesaal


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Seniorenkreis mit Prof. Harz: "Dem Volk aufs Maul schauen - Martin Luther als Sprachschöpfer"

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am 30.11.2017 mit Prof. Dr. Dittmann und Prof. Dr. Fromm

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