Evangelisch-Lutherische Kirchengemeinde Berg am Starnberger See

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 Kirchenvorstands-
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im 2. Halbjahr 2018

09.07., 17.09., 15.10.

jeweils 20.00 Uhr


Familien- und Kindergottesdienste

22.07., 02.12.


Theologie für die Gemeinde
mit Pfarrer Johannes Habdank

Montag 22.10., 20.00 Uhr


Offenes Tanzen 

Tanzen mit Christa 
für Jung und Alt

20.07., Aug. entfällt, 21.09., 19.10.

  jeweils Freitag, 20.00 Uhr


 





Evangelisch-Lutherische Kirchengemeinde Berg am Starnberger See

Aktuell

Konfirmation 2018

Aktuell >>

 

  • Konfirmandenvorstellung im Abendmahlsgottesdienst am 29. April 2018 im Katharina von Bora-Haus
  • Vorabendgottesdienst zur Konfirmation mit Erneuerung des Taufversprechens (Beichtgottesdienst) am 11. Mai 2018 in St. Nikolaus in Farchach mit Pfarrer Johannes Habdank und Prädikant Ralf Schenk (Fotos)
  • Festgottesdienst am 12. Mai 2018 in der Katholischen Pfarrkirche Aufkirchen mit Pfarrer Johannes Habdank, Prädikant Ralf Schenk und Team
  • Konfirmierten-Frühstück am 14. Mai 2018 im Katharina von Bora-Haus (Fotos)

 

  

Konfirmationspredigt von Pfarrer Johannes Habdank
am 12. Mai 2018 in der Pfarrkirche Mariä Himmelfahrt in Aufkirchen

 

Liebe Konfirmanden,

als Ihr noch klein wart, seid ihr getauft worden mit Wasser und durch den Heiligen Geist, weil es Eure Eltern so wollten, dass ihr mit dem Segen Gottes euer Leben lebt, als Christen aufwachst, zumindest mit dem Christentum in Verbindung groß werdet. Was Euch Eure Eltern an christlichen Inhalten und Einstellungsmöglichkeiten mitgegeben oder auch vorgelebt haben, das ist das eine. Was ihr im Religionsunterricht mitbekommen habt, das andere. Und jetzt die Konfirmandenzeit bei mir und anderen, die dankenswerter Weise mitgemacht haben, das ist wieder etwas anderes, weil: bei der Taufe seid ihr nicht gefragt worden, und beim Religionsunterricht wahrscheinlich auch kaum, ob ihr den genießen wollt. Jetzt aber schon, weil es um eure selbstständige Bestätigung - lat. confirmatio „Befestigung“, „Bekräftigung“, „Bestätigung“ – geht, dass es aus eurer heutigen Sicht richtig war und bleibt, dass ihr getauft worden seid. Mit eurer Teilnahme an dieser feierlichen Segenshandlung der Konfirmation bestätigt ihr, dass ihr zur Kirche weiterhin gehören wollt und auch von euch selbst aus dem Christlichen verbunden sein wollt. Wem das nicht so geht, der hätte in der Zwischenzeit auch gehen können, das hat in den letzten 10 Jahren, die ich im Blick habe, hier einmal eine Konfirmandin getan. Sie konnte mit dem allen, so interessant vieles auch sei, persönlich einfach nichts anfangen. Und das fand ich respektabel, wenn jemand diese Entscheidung so für sich trifft. Umso mehr freue ich mich, dass dieses Mal wieder alle dabei geblieben sind und sich heute konfirmieren lassen und ihr JA geben.

Liebe Konfirmanden, mit dem Vorabendgottesdienst  gestern war eine sog. Tauferinnerung verbunden, die heißt so, obwohl sich wahrscheinlich keiner von euch daran erinnern kann, also: an die eigene Taufe. Aber man er-innert, verinnerlicht sie sich und macht sich nochmal bewusst, dass man getauft ist. Das ist gemeint. Und diese Art von Erinnerung kannst Du ja noch verstärken, wenn du dir Fotos von deiner Taufe damals anschaust: Da geht´s dir wahrscheinlich so wie mir: „Mei, war ich damals noch süß!“ ?

Du wurdest damals getauft auf ein altkirchliches Glaubensbekenntnis hin: das apostolische Glaubensbekenntnis. Das heißt so, weil man im 5. Jhd. n. Chr. behauptet hat, diese Worte seien von den 12 Aposteln, also den ehem. Jüngern Jesu, formuliert worden. (In der Kunst hat man später sogar jedem Apostel eine Passage oder Vers des Glaubensbekenntnisses zugeordnet.) Das ist aber eine fromme Legende, stimmt historisch nicht. Wie genau das Glaubensbekenntnis, auf das hin ihr heute auch konfirmiert werdet, zustande kam, ist nicht ganz sicher. Ziemlich sicher ist, wo es herkommt: aus Gallien – also die Gallier waren´s, jenes unbeugsame … ? –, auf der Basis verschiedener anderer älterer urchristlicher Bekenntnisse und Taufformeln, auch des sog. Romanum, eines römischen Bekenntnisses – unser Credo: eine Koproduktion von Römern und Galliern? Asterix und Obelix als Kirchenväter des Christentums? Kaum, liebe Festgemeinde … !

Dieses alte Bekenntnis aus dem 5. Jahrhundert beginnt, wie es sich für ein kirchliches Glaubensbekenntnis gehört, mit der Aussage: Ich glaube, lat. Credo. Weswegen wir bei diesem Gebet auch kurz und einfach vom „Credo“ sprechen. Und mit diesem ersten Wort fängt für heutige Menschen die Schwierigkeit schon an: Ich glaube, alles, wann folgt? Glaube ich das wirklich?  Kann ich das eigentlich heute noch glauben? Ist dieser doch recht alte Kirchenglaube aus dem 2.-5. Jahrhundert noch aktuell? Und wenn es auch heute noch von vielen westlichen Kirchen – die Orthodoxen haben ein anderes Bekenntnis, haben wir mal gelesen und fast nichts verstanden – als bindendes Bekenntnis angesehen wird, ja sogar die Pfarrer darauf vereidigt werden, und die Christen daraufhin getauft und konfirmiert werden: müssen wir das heute so glauben?

Liebe Konfirmanden, wir haben uns mehrfach mit dem Glaubensbekenntnis befasst, mit jeder einzelnen Zeile, was sie bedeuten kann bzw., warum sie so drin steht. Man muss schon einiges davon für heute übersetzen, interpretieren, sich sinnverwandelnd aneignen, sonst geht das für die meisten wörtlich so nicht mehr, für Euch nicht, für mich auch nicht. Ob das jetzt die Vorstellung von der Jungfrauengeburt ist, die man nicht biologistisch missverstehen darf, wobei ja in der Bibel nur von „junger Frau“ die Rede ist, oder die Vorstellung von der Höllenfahrt Christi, die in dieser Ausprägung erst spät, klar nach-biblisch entstanden ist in Konkurrenz und mit Überbietungsanspruch zum damals allgegenwärtigen Orpheusmythos, den einige von euch bereits aus der Schule kannten, oder die Vorstellung vom Jüngsten Gericht, mit der die mittelalterliche Kirche jahrhundertelang ihre Gläubigen verschreckt und diszipliniert hat, samt Ablasswesen, um Geld mit der Sorge ums Seelenheil zu machen. Diese Beispiele genügen schon, um sich klar zu machen: Es kommt nicht darauf an, was die Kirche mit ihrer langen Tradition glaubt, sondern was du davon heute glauben kannst, was dir einleuchtet, und zwar nicht im luftleeren Raum, sondern eben in Auseinandersetzung mit der Kirche und ihrem Bekenntnis. Interessant ist aber auch an diesem alten Glaubensbekenntnis, wie ihr gemerkt habt, was nicht drin steht, was aber für moderne Menschen gerade interessant ist: Leben und Wirken Jesu. So dass wir uns deswegen  anhand eines Jesus-Films und einiger Jesus-Geschichten aus der Bibel selber überlegt haben: was imponiert mir an Jesus, was kann ich selber glauben, wie er, oder an ihn?

Dieselbe Frage stand auch im Mittelpunkt, als es etwa um andere Religionen, schwerpunktmäßig Buddhismus oder um Sekten ging. Oder um persönliche Glaubensbekenntnisse bekannter Persönlichkeiten. Was ist meine Meinung, mein Glauben dazu? Das ist der entscheidende Punkt: Denn immerhin seid ihr ab der Konfirmation und dem Erreichen des 14. Lebensjahres religionsmüde, nein: religionsmündig natürlich, also kirchlich erwachsen, und könnt selbst entscheiden, dazu gehört wesentlich eine gewisse Selbstständigkeit und Beurteilungsfähigkeit im Glauben und für´s eigene Leben.

Was heißt „glauben“ überhaupt? „Glauben heißt nicht wissen“, so meint der dümmliche Volksmund; das Wissen sei dem Glauben himmelweit vorzuziehen. Als wäre Glaube eine Art Anti-Wissen, Nicht-Wissen, oder auch nur eine mangelhafte Vorform von Wissen. In der Bibel, im Neuen Testament bedeutet Glaube aber etwas ganz anderes: Vertrauen, und zwar auch Vertrauen ins dir völlig Unsichere und Ungewisse hinein. Glaube ist eine Lebensgrundhaltung, die über die dir selbst momentanen bekannten Planungen und ihre Grenzen hinausreicht und –weist. Eine Vertrauenshaltung, die dein Leben trägt und prägt, auch in Situationen, wo dein Leben riskant wird, das Weitere nicht absehbar und nicht klar ist, ob es gut oder schief geht. 

 

 Liebe Konfirmanden, zum Thema „Lebensrisiko und Vertrauen“ gibt es noch ein anderes Glaubensbekenntnis, und zwar wird im Gewande einer Gleichnisgeschichte erzählt, worauf es beim Glauben ankommt. Und die lese ich euch jetzt zu Eurer Konfirmation vor und widme sie euch! 

Das Seiltänzergleichnis:

„Stellen wir uns vor, dass wir auf einem Marktplatz stehen. Viele Menschen sind versammelt. Sie stehen dicht gedrängt, und rundherum stehen hohe Häuser. Mitten über den Marktplatz ist ein Hochseil gespannt von einem Haus zu dem gegenüberliegenden Haus. Alle Menschen schauen zu dem Hochseil hinauf. Auf dem Hochseil balanciert einer. Er balanciert auf dem dünnen Seil quer über den Platz und über die Köpfe der Menschen hinweg. Die Menschen staunen, und sie klatschen – aber es kommt noch toller:

Der Hochseilkünstler nimmt sich eine Schubkarre hinauf auf sein Seil. Es wird totenstill auf dem Marktplatz. Der Künstler setzt die Karre mit dem Rad auf das Seil und macht einen ersten Schritt. Das Seil schwankt, aber Karre und Künstler setzen ihren Weg über das Seil fort – von einem Ende des Seils über die Köpfe der Menschen hinweg quer über den Marktplatz. Die Menschen staunen noch mehr, und sie klatschen noch mehr, und sie rufen: Noch mal! Noch mal! Der Künstler auf dem Seil nickt und schiebt die Karre auf dem Seil wieder zurück. Als er das Ende des Seils erreicht, sind die Erleichterung und der Jubel wieder groß, und wieder sind da die Rufe: Noch mal! Noch mal! Und wieder nickt der Künstler auf dem Seil, aber dann ruft er zurück: Wer von euch setzt sich in meine Schubkarre? Da ist es wieder totenstill auf dem Marktplatz. Und wieder hört man die Frage: Wer von euch kommt zu mir auf das Seil und setzt sich in meine Schubkarre? Plötzlich hört man eine Antwort: Ich! Ein kleiner Junge hat das gesagt, und wenig später setzt der Junge sich in die Schubkarre auf dem Hochseil. Wieder beginnt der Balanceakt über den Menschen, und wieder ist es totenstill. Auch als der Künstler und die Schubkarre und der Junge das Seilende erreichen, bleibt es still. Als der Junge aus der Schubkarre aussteigt, ertönen laute Rufe: Junge, wie konntest du das tun? Was glaubst du denn, wie gefährlich das ist?

Da lächelt der Junge und antwortet: Aber der Künstler ist doch mein Vater.“

Soweit die Gleichnisgeschichte vom göttlichen Kunststück über unseren Köpfen, die Geschichte von jenem Künstler, der alles zu können scheint, dem man jedenfalls unbedingt vertrauen darf, die Geschichte aber auch von Men-schen, die selber nicht zu tun wagen, was sie von anderen erwarten, die Ge-schichte von einem großen Vertrauen, das den Tod kennt, aber nicht fürchtet.
(Fundstück aus dem Internet)

Liebe Konfirmanden,

dieses Gottvertrauen, das der Junge in seinen Vater hatte, wünsche ich euch für euer Leben. Dieses Vertrauen wird vielleicht nicht immer voll da sein, je nach Lebenslage, es muss sich vielleicht auch durch immer mehr Lebenserfahrung erst entwickeln, Vorsicht: manche verlieren es auch immer mehr. Das möchte bitte bei Euch nicht so sein. Dieses Basis-Gottvertrauen erfährt im Lauf des Lebens jedenfalls auch immer wieder Veränderungen, in welcher Richtung auch immer.

Und so widme ich Euch, liebe Konfirmanden, wie schon allen Euren Vorgängern, zum Abschluss eurer Konfirmandenzeit auch noch einen zentralen Gedanken von Martin Luther, er hat gesagt:

„Das christliche Leben ist nicht Frommsein, sondern Frommwerden, nicht Gesundsein, sondern Gesundwerden, nicht Sein, sondern Werden, nicht Ruhe, sondern Übung. Wir sind´s noch nicht, wir werden´s aber. Es ist noch nicht getan und geschehen, es ist aber im Gang und Schwang. Es ist nicht das Ende, es ist aber der Weg. Es glüht und glänzt noch nicht alles, es bessert sich aber alles.“  ---

Das wollen wir hoffen! Auf eine positive Entwicklung im Leben und Glauben hin, dazu sollt ihr gesegnet werden in Eurer Konfirmation heute. 

Amen.

 

 

Grußwort von Florian Gehlen (Vertrauensmann des Kirchenvorstands)

Liebe Neukonfirmierte - Konfirmandinnen und Konfirmanden seid Ihr ja jetzt nicht mehr,

obwohl wir Tag für Tag mit so vielen Eindrücken und Ereignissen überhäuft werden, dass die meisten davon schnell wieder in Vergessenheit geraten, bleiben einige doch auch lange in Erinnerung.

Wenn ich heute hier stehe, denke ich auch wieder an meine eigene Konfirmanden-zeit zurück.

Es ist eine gute Erinnerung. Zahlreiche Veranstaltungen, Gottesdienste und Unter-richtsstunden haben mir Religion, Kirche und Gemeindeleben nähergebracht. Ich will aber auch gar nicht leugnen, dass sich nicht nur einmal auch kritische Gedanken einstellten, sowohl inhaltlich als auch zeitlich - wenn wieder einmal die Pflicht des Gottesdienstbesuches das Ausschlafen am Sonntag verhinderte, oder Zeit für das Konfirmandenpraktikum oder Lernen von Gottesdienstablauf und Texten aufgebracht werden musste.

Heute kann ich sagen, dass sich meine Konfirmandenzeit gelohnt hat. Ich habe vor allem erfahren, Teil einer großen Gemeinschaft zu sein und mich darin geborgen fühlen zu können. Krönender Abschluss war der Konfirmationsgottesdienst, den ich vor jetzt 36 Jahren an gleicher Stelle hier in dieser Kirche selbst erleben durfte.

Ich wünsche Euch, dass auch Ihr gute Erinnerungen aus dieser Zeit mitnehmt. Uns, der Kirchengemeinde, wünsche ich, dass ihr uns erhalten bleibt, dass ihr das Gemeindeleben aktiv und kritisch begleitet und vielleicht sogar mitgestaltet. Die erste Möglichkeit dazu habt Ihr gleich in diesem Jahr. Im kirchlichen Sinne seid Ihr nun volljährig und dürft im Oktober den Kirchenvorstand wählen.

Im Namen des jetzigen Kirchenvorstandes gratulierte ich Euch herzlich zum heutigen Fest.

 

 

Tonaufnahmen vom Konfirmations-Festgottesdienst am 12. Mai 2018
in der Pfarrkirche Mariä Himmelfahrt in Aufkirchen

1. Einzug der Konfirmanden mit den BergerBlechBläsern

2. Konfirmationspredigt (Pfarrer Johannes Habdank)

3. Gebet (Pfarrer Johannes Habdank) und Elterngebet (Dr. Bettina Schickel)

4. Grußwort des Kirchenvorstands (Vertrauensmann Florian Gehlen)

5. Schlußlied und Auszug

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