Evangelisch-Lutherische Kirchengemeinde Berg am Starnberger See

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Gemeindebrief

mit Einzelseiten zum Download


Ägyptenreise 2019
vom 2. bis 9.5.2019

Informationen hier


 Kirchenvorstands-
sitzungen

2018: 05.11., 10.12.
2019: 07.01., 04.02.

jeweils 20.00 Uhr


Familien- und Kindergottesdienste

18.11., 02.12.


Theologie für die Gemeinde

mit Pfarrer Johannes Habdank

Montag 28.01.2019,
20.00 Uhr


Offenes Tanzen 

Tanzen mit Christa 
für Jung und Alt

2018: 16.11., 07.12.
2019: 18.01., 15.02.

  jeweils Freitag, 20.00 Uhr


 





Evangelisch-Lutherische Kirchengemeinde Berg am Starnberger See

Aktuell

Festgottesdienst am 11.11.2018

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Weitere Fotos vom Festgottesdienst, in dem auch ausgeschiedene KV-Mitglieder verabschiedet wurden, in der Bildergalerie

Predigt von Pfarrer Johannes Habdank anlässlich der Amtseinführung des neuen Kirchenvorstands

Liebe Gemeinde,

der Predigttext für diesen Gottesdienst steht geschrieben im 4. Buch Mose, Kapitel 11. Um ihn einordnen zu können, muss man sich seinen Kontext vergegenwärtigen: Da ist die Situation auf dem Weg aus Ägypten ins gelobte Land durch die Wüste nicht zum ersten Mal die, dass das Volk Israel unzufrieden ist, „murrt“, wie es heißt, gegen seinen Anführer Mose aufbegehrt und klagt, wie schlecht es ihm, diesem armen Volk, jetzt gehe, und verklärend bejammert, wie schön es doch in Ägyptenland in der Sklaverei dereinst gewesen sei. Das als Hintergrund, nun die biblische Geschichte selbst:

„Als nun Mose das Volk weinen hörte, alle Geschlechter miteinander, einen jeden in der Tür seines Zeltes, da entbrannte der Zorn des Herrn sehr. Und auch Mose verdross es. Und Mose sprach zu dem Herrn: Warum bekümmerst du deinen Knecht? Und warum finde ich keine Gnade vor deinen Augen, dass du die Last dieses ganzen Volks auf mich legst? Hab ich denn all das Volk empfangen oder geboren, dass du zu mir sagen könntest: Trag es in deinen Armen, wie eine Amme ein Kind trägt, in das Land, das du ihren Vätern zugeschworen hast? Ich vermag all das Volk nicht allein zu tragen, denn es ist mir zu schwer. Willst du aber doch so mit mir tun, so töte mich lieber, wenn anders ich Gnade vor deinen Augen gefunden habe, damit ich nicht mein Unglück sehen muss. Und der Herr sprach zu Mose: Sammle mir siebzig Männer unter den Ältesten Israels, von denen du weißt, dass sie Älteste im Volk und seine Amtleute sind, und bringe sie vor die Stiftshütte und stelle sie dort vor dich, so will ich herniederkommen und dort mit dir reden und von deinem Geist, der auf dir ist, nehmen und auf sie legen, damit sie mit dir die Last des Volks tragen und du nicht allein tragen musst. Und Mose ging heraus und sagte dem Volk die Worte des Herrn und versammelte siebzig Männer aus den Ältesten des Volks und stellte sie rings um die Stiftshütte. Da kam der Herr hernieder in der Wolke und redete mit ihm und nahm von dem Geist, der auf ihm war, und legte ihn auf die siebzig Ältesten. Und als der Geist auf ihnen ruhte, gerieten sie in Verzückung wie Propheten und hörten nicht auf.“

Liebe Gemeinde,

das ist schon eine besondere Geistverleihungsgeschichte an Amtsträger, wobei es da natürlich noch nicht um den christlichen Heiligen Geist geht, sondern um den Geist Gottes, wie er 1000 Jahre vorher gewirkt haben soll. Mose hatte sich bei seiner Berufung am Horeb – Geschichte vom brennenden Dornbusch – ursprünglich gegen den Auftrag verwahrt und gewehrt, das Volk aus Ägyptenland zu führen. Um dann doch demütig nachzugeben gegenüber Gott. Freiwillig hatte Mose das Amt, diese schwere Aufgabe also nicht übernommen. Und jetzt – in unserer heutigen Bibelgeschichte - ist mal wieder der Punkt erreicht, wo es ihm reicht, und zwar endgültig, wie es scheint. Er ist am Ende seiner Kräfte. Er kann und mag nicht mehr: „Ich kann das nicht mehr alleine machen, das ist zu schwer für mich.“ Er fühlt sich von Gott mit diesem Volk zu schwer belastet. Und fragt Gott sogar: Hab ich denn all das Volk empfangen oder geboren, dass ich es wie mein Kind auf meinen Armen dahintragen soll, zum verheißenen Ziel?

Nebenbemerkung: Es ist eine der wenigen Stellen im Alten Testament, die die Vorstellung impliziert, dass Gott selbst sein Volk wie eine Mutter geboren hat oder wie eine Amme ihr Kind tragen soll. Entsprechend meint Mose: Das ist doch nicht mein Kind, Du, Gott, bist die wahre Mutter. Das ist doch nicht „mein Baby“, sondern deines!

An anderer Stelle heißt es, Jesaja 66, 13: „Ich will euch trösten, wie einen seine Mutter tröstet, spricht der Herr."
Mose ist momentan untröstlich, er will lieber tot sein und spricht zu Gott: Wenn Du mich nicht entlastest, so lasse mich lieber sterben, bevor ich tot unglücklich weiter leben muss. Mose sieht schwarz für sich. So dass manch moderner Ausleger diese Stelle so interpretiert, dass Mose einen Burn-out gehabt habe. Nichts ging mehr. Und doch ging´s weiter, als nichts mehr zu gehen schien. Wie?

Wie´s bei Mose weiterging, haben wir gehört: die Last wurde verteilt von einem Einzelführer auf mehrere Führungspersönlichkeiten, auf viele – die Zahl 70 steht für eine hohe Zahl. Wobei 70 immer noch relativ wenig sind im Vergleich zu den im Kontext genannten 600.000 Mann aus dem Volk, plus Familien, Schafen und vielen anderen Rindviechern!

Immerhin wird auf diese 70 Ältesten und Amtsmänner, wie es heißt, vom Geist des Mose etwas übertragen. Und zwar ist die konkrete Vorstellung ganz archaisch die, dass Gott von dem Geist, der auf Mose ruhte, nahm und auf die Ältesten legte. Göttliche Geistumverteilung und Delegation von Verantwortung. Und weil diese Geschichte in der Tradition eines bestimmten Mose-Bildes steht, nämlich Mose als Prophet zu würdigen, ist es in der Wirkung denn auch so, dass die Ältesten in prophetische Verzückung geraten, was von Mose, situativ bedingt, nicht gesagt ist. Er gilt im folgenden Kapitel als ein sehr demütiger Mensch, mehr als alle Menschen auf Erden. Die Welle der prophetischen Verzückung hat sich denn wohl auch bei den Ältesten bald wieder gelegt. Denn in einer der nächsten Geschichten werden Älteste, von jedem Stamm einer, als Kundschafter ins Land Kanaan vorausgesandt. Es ging dann um die Eroberung des Heiligen Landes.

Liebe Gemeinde, sei es in einem Unternehmen, sei es in einem Verein oder auch in unserer Kirchengemeinde - da ist es besonders schön zu sehen:

Wir haben bereits diese entlastende institutionelle Struktur. Der Pfarrer muss nicht alles selber machen, es gibt die Kirchenvorstandsmitglieder, die woanders in Deutschland Presbyter oder Älteste genannt werden, diverse Ausschüsse und viele weitere Ehrenamtliche, zum Glück sehr viele, die sich an vielen Stellen zum Wohl des Ganzen engagieren.

Schon das frühe Christentum hat sich sehr bald auch Strukturen in Form von Ämtern gegeben, jeder nach den jeweiligen Geistesgaben. Weil es gar nicht anders geht. Wenn Alfred Loisy, ein französischer katholischer Theologe, der als Modernist lehramtlich verurteilt wurde, vor ca. 100 Jahren gesagt hat: „Jesus verkündigte das Reich Gottes, was kam, war die Kirche!“ … - dann meinte er das positiv: es mussten Strukturen und Institutionen, Ämter entwickelt werden, sonst wäre das Christentum bald wieder in der Versenkung verschwunden. Denn nur vom Geist kann keine Gemeinschaft leben. Der Geist muss Formen annehmen. Die wiederum dürfen aber nicht zu starr sein, sondern müssen dem Gemeinschaftsleben dienen, also auch veränderbar sein, anpassungsfähig oder ersetzbar durch neue. Das ist heute die Aufgabe nicht nur des Pfarrers, sondern aller anderen auch: diese Spannung zwischen dem Geist, dem Charisma, und der Institution mit ihren Regeln, Funktionen, Ämtern und Formen in Balance zu halten und immer wieder produktiv weiter zu entwickeln, aus dem Geist des christlichen Glaubens, der Hoffnung und der Liebe, darum geht es heute! Immer wieder einmal kritisch zu prüfen, ist denn das so noch in Ordnung, was wir tun und wie wir es machen, und gegebenenfalls neu gestalten. Wie Paul Tillich das protestantische Prinzip gekennzeichnet hat: Kritik und Gestaltung. Unser protestantisches Kirchenverständnis ist wesentlich ein selbstkritisches und Gestalterisches. Da wird nicht der Geist in der Institution „eingedampft“ und durch sie lahmgelegt, oder auch autoritär kirchlich domestiziert, sondern der Geist bleibt die treibende Kraft, die Gemeinschaftsleben immer wieder neu schafft und gestaltet. Und ob das auf den vorgeordneten Dekanats- und landeskirchlichen Ebenen unserer Gemeinde so ist, das muss uns hier nicht so sehr interessieren, denn: Kirche ist primär Gemeinde vor Ort. Das sind wir. Bleiben wir beweglich! Und halten wir das Spannungsverhältnis von Geist / Ideen einerseits und Institution aufrecht. Nützen wir das Institutionelle, die Regeln und Spielregeln bei uns in unserer Gemeinde in ihrer Entlastungsfunktion, damit wir nicht jedes Mal neu nachdenken müssen, wie man etwas tut und macht, hinterfragen wir aber auch unsere Gewohnheiten, Traditionen und Regeln immer wieder neu, ob sie wirklich dem sich verändernden Gemeindeleben dienlich sind, heute und in Zukunft. Damit das Althergebrachte nicht zur Belastung wird für eine lebendige Gemeinde, sondern sinnhaft verstehbar bleibt oder eben abgeschafft wird, sofern es neue, bessere Formen gibt, die wir mit neuem Leben füllen können!

Das ist nicht nur eine Aufgabe für den neuen Kirchenvorstand und mich, sondern auch aller Gemeindeglieder und Teilnehmer am Leben unserer Gemeinde, damit wir eine je aktuell glaubwürdige Gemeinde sind und bleiben. Die Mitwirkung jedes Einzelnen ist gefragt, kritisch und gestalterisch. Und dazu ist es elementar wichtig, dass wir nicht nur wissen, wie es nicht geht – das weiß man in der Regel ja oft schon im Privatleben sehr gut –, sondern: wie es besser gehen kann. Realistische Perspektiven und Vorschläge dafür sind jederzeit gefragt, ob in der Jugendarbeit, im sozialen Vorort-, Asyl- oder anderweitigen Entwicklungshilfe-Engagement, im Kultur- und Bildungsbereich oder beim gottesdienstlichen Leben, da ist da oder dort noch mehr modern Vermittlungsfähiges gefragt! Arbeiten wir daran, tun wir etwas dafür, so gut wir können! Pfarrer, KV, Ehrenamtliche und alle, die an diesem offenen Gemeindeleben teilnehmen!

Herr, und so bitten wir dich, schenke und erhalte uns deinen Geist für uns und für unsere Gemeinde und darüber hinaus für die vielen, mit denen wir verbunden sind und die wir neugewinnen wollen.

Amen.
Und der Herr sei mit unserem Geiste. Amen.

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Evangelische Termine in Bayern

Aktuelle Nachrichten

03.12.2018 - Mitarbeiter Adventsfeier

im Katharina von Bora - Haus

Bilder

 


25.11.2018 - Gottesdienst am Ewigkeitssontag

Predigt von Pfarrer Johannes Habdank im Katharina von Bora-Haus 

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21.11.2018 - Buß- und Bettag

Gottesdienst mit Pfarrer Johannes Habdank, im Anschluss daran geselliges Beisammensein mit unseren katholischen Gästen im Katharina von Bora-Haus

Bilder  - Predigt zum Tage

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21.11.2018 - Kinderbibeltag "Paradies"

am Buß- und Bettag

Bilder 


14.11.2018 - Kunstwerk des Monats November

mit Elke Link aus Berg

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Seniorenkreis am 13.11.2018

mit Christl Hendel: "Für die Ewigkeit - Der alte Israelitische Friedhof in München"

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Festgottesdienst am 11.11.2018

zur Einführung des neuen Kirchenvorstandes in Berg im Katharina von Bora-Haus

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