Evangelisch-Lutherische Kirchengemeinde Berg am Starnberger See

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Ägyptenreise 2019
vom 2. bis 9.5.2019

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 Kirchenvorstands-
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Familien- und Kindergottesdienste

18.11., 02.12.


Theologie für die Gemeinde

mit Pfarrer Johannes Habdank

Montag 28.01.2019,
20.00 Uhr


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Tanzen mit Christa 
für Jung und Alt

2018: 16.11., 07.12.
2019: 18.01., 15.02.

  jeweils Freitag, 20.00 Uhr


 





Evangelisch-Lutherische Kirchengemeinde Berg am Starnberger See

Aktuell

28.10.2018 - Gottesdienst am 22. Sonntag nach Trinitatis

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Predigt von Pfarrer Dr. Gerhard Pfister zum Reformationsfest
über Galater 5,1+6

Liebe Gemeinde!

Freiheit, frei sein, frei werden, danach sehnen sich wohl alle Menschen. Die Jungendlichen etwa, die darauf warten, dass sie 18 Jahre alt werden, damit ihnen keiner mehr Vorschriften machen kann und sie selbst über ihr Leben entscheiden.

Freiheit, das ist die Sehnsucht der Menschen in totalitären Staaten, in denen sie sich in der Öffentlichkeit keinen Satz mit normaler Lautstärke sagen trauen, weil immer irgendein Spitzel mithört und es weiter meldet, mit allen unangenehmen bis lebensgefährlichen Folgen, die das haben kann.

Freiheit, frei machen, befreien, erlösen, das sind auch Schlüsselworte in der Bibel, schon im Alten Testament und im neuen Testament vor allem in den Briefen des Paulus. Biblische Freiheitsberichte, die eine grundlegende Schlüsselerfahrung beschreiben, ein Geschehen, das die Lage eines Menschen völlig verändert. Man gebrauchte dieselben Worte, wenn z.B. ein Sklave freigekauft wurde und von diesem Moment an ein freier Mensch war, So umfassend und grundlegend ist es gemeint, wenn der Apostel Paulus die wichtigste Erfahrung seines Lebens beschreibt: „Zur Freiheit hat uns Christus befreit“. So schreibt er es in seinem Brief an die von ihm gegründete Gemeinde in Galatien, (der Abschnitt aus dem 5. Kapitel des Galaterbriefs ist in diesem Jahr der Predigttext zum Reformationsfest) und ähnlich auch in anderen Briefen an andere Gemeinden, immer im Zusammenhang mit vordringlichen Lebensfragen der Christen in diesen Gemeinden. Für die Galater klingt das so:.

Lesung des Predigttextes Galater 5,1+6:

1 Zur Freiheit hat uns Christus befreit! So steht nun fest und lasst euch nicht wieder das Joch der Knechtschaft aulegen!
6 Denn in Christus Jesus gilt weder Beschneidung noch Unbeschnittensein etwas, sondern der Glaube, der durch die Liebe tätig ist.

Die Frage, die Paulus aufgreift, ist die Frage, die die ersten Christen zutiefst umtrieb, offenbar auch bei den Galatern: Kann ein Mensch Christ werden, ohne vorher Jude zu werden, d.h. die jüdische Religion anzunehmen? Der Apostel Petrus und andere, die zum engsten Kreis der Jünger Jesu gehört hatten, konnten sich das nicht vorstellen. Petrus aber hat sich wohl, wenn auch langsam und zögerlich, von Paulus und der Freiheit in Christus überzeugen lassen. In der Generation nach Paulus war das dann keine Frage mehr und mutet uns heute vielleicht sogar seltsam an. Gerade deshalb, weil Paulus mit der Freiheit überzeugte.

Zur Freiheit hat uns Christus befreit. Das ist nicht nur ein großartiges Programm, sondern dahinter steht erlebte, befreiende Erfahrung. Paulus hat das so am Wendepunkt und als Wendepunkt seines Lebens erfahren. Jede und jeder von uns kann das in ihrem und seinem Leben erfahren.

Auch Martin Luther hat es nicht nur in der Bibel bei Paulus gelesen, sondern in der großen Krise seines Lebens erlebt. Gerade für Martin Luther und die Reformation ist deshalb die christliche Freiheit besonders wichtig geworden. Luther hat die Freiheit des Christenmenschen wieder entdeckt und er wird nicht müde, das immer wieder zu verkünden.

Die Freiheit des Christen, Paulus nennt sie die herrliche Freiheit der Kinder Gottes, wird zur entscheidenden Glaubensbotschaft der Reformation. Luthers reformatorische Hauptschrift aus dem Jahr 1520 heißt „Von der Freiheit eines Christenmenschen“. Das Büchlein wird überall verbreitet und immer wieder neu gedruckt, so oft, dass es zum meistgedruckten Buch des 16. Jhd. wird.

Luther hat die Freiheit des Christenmenschen freilich nicht bei abgehobenen philosophischen Betrachtungen am Schreibtisch des Gelehrten entdeckt, sondern nach jahrelangem verzweifelten Anstrengungen und inneren Kämpfen in der Klosterzelle hat er die beglückende Entdeckung gemacht: Ich muss mir meine Würde und meine Freiheit nicht mit frommen Leistungen erarbeiten oder gar mit selbstquälerischen Bußübungen erkämpfen, sondern ich bekomme sie von Gott geschenkt, ja ich habe sie schon geschenkt bekommen durch Jesus Christus: Weil mir Jesus Christus die Gewissheit gibt, dass ich Gottes geliebtes Kind bin. Er sagt in seiner Liebe bedingungslos Ja zu mir, so wie ich bin. Zur Freiheit hat uns Christus befreit, zur herrlichen Freiheit der Kinder Gottes. Das ist es, was meinem Leben eine ungeahnte tiefe Freiheit gibt.

Selbstverständlich ist die Freiheit, die uns von Gott geschenkt wird, die wir uns nicht erst erkämpfen müssen und auch niemals selbst erkämpfen könnten, noch etwas anderes und wohl auch tieferes als das Freiheitsstreben der Jugendlichen oder die Freiheitssehnsucht der Menschen in totalitären Systemen. Aber sie alle gehören zusammen und wir dürfen sie nicht völlig auseinander reißen.

Für Menschen, die jahrzehntelang unter einem brutalen staatlichen Machtapparat gelitten haben und kein offenes Wort riskieren konnten, ist es eine umwälzende Erfahrung, wenn sie nicht nur keine Spitzel mehr fürchten müssen, sondern als freie Bürger mit ihrem Wahlzettel selbst mitentscheiden können, wie sich die Regierung zusammensetzt. Die demokratische Freiheit, die wir gar nicht hoch genug einschätzen können, und die gottgeschenkte Freiheit eines Christenmenschen hängen eng zusammen. Ich meine jetzt natürlich nicht den äußerlichen Zusammenhang, dass es in diesem Jahr zwischen den Landtagswahlen bei uns in Bayern und im Nachbarland Hessen am vorigen Sonntag in den evangelischen Gemeinden auch Kirchenvorstände zu wählen gab, obwohl das auch als Freiheit nicht gering zu schätzen ist, dieses erhebliche Mitbestimmungsrecht der einzelnen Christen in der Gemeinde durch den KV als ihre gewählten Vertreter (Mitbestimmungsrecht beim Gottesdienst und Gemeindeleben, den Finanzen und auch bei der Auswahl der Pfarrer/innen).

Ich meine vielmehr ganz grundsätzlich, dass es die heutige demokratische Freiheit ohne die biblisch-christliche Freiheitshoffnung und Freiheitserfahrung nicht gäbe. Sicher, Demokratie ist ein griechisches Wort und ihre Formen haben die alten Griechen schon vor dem Christentum erprobt, aber die griechische Demokratie war dennoch ganz anders als unsere: Ein Recht und eine Freiheit nur für ganz wenige, die große Mehrheit der Bevölkerung dagegen unfrei, viele sogar Sklaven.

Dass Freiheit für alle Menschen möglich sein soll, alle eine unantastbare Würde haben (Art 1 GG: Die Würde des Menschen ist unantastbar), wäre ohne das biblisch-christliche Menschenbild und Freiheitsverständnis undenkbar. Auch in unseren äußeren demokratischen Freiheiten schimmert etwas durch von der herrlichen Freiheit der Kinder Gottes, der christlichen Freiheit, die uns nirgends so klar begegnet wie durch Jesus Christus selbst. Jesus Christus lässt uns in das Herz Gottes schauen, er lässt uns, lässt dich und mich die unvorstellbare und alles Maß übersteigende Liebe Gottes zu dir und mir spüren und erfahren. Diese Liebe wird für uns zur Lebensenergie, die frei macht. Deshalb dürfen unser Leben darauf einstellen: Zur Freiheit hat uns Christus befreit, zur herrlichen Freiheit der Kinder Gottes.

Amen




 

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