Evangelisch-Lutherische Kirchengemeinde Berg am Starnberger See

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Evangelisch-Lutherische Kirchengemeinde Berg am Starnberger See

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27.01.2019 - Gottesdienst

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Predigt über Exodus 3, 1-12 (Der brennende Dornbusch) am letzten Sonntag nach Epiphanias 2019 von Pfarrer Johannes Habdank in Berg

Liebe Gemeinde,

es geht um die Gestalt des Mose in dieser Predigt, vordergründig - aber in gewisser Weise anhand dieser Urgestalt auch um uns alle - hintergründig, aber dann auch sehr direkt - in alledem, was ich Ihnen jetzt sage und ans Herz lege.

Die alttestamentliche Gestalt des Mose, sie hat es in sich, wie jeder von uns auch. Heute und damals. Jeder hat seine wechselhafte Geschichte. Sehen wir uns die des Mose in einer bestimmten, wahrscheinlich entscheidenden Lebensphase etwas näher an:

Nachdem Mose in Ägypten, wo sich sein Volk in Sklaverei befand, einen Aufseher, der einen seiner hebräischen Volksgenossen geschlagen hatte, ermordet hat, flieht er nach Midian, wird dort in die Familie des Oberpriesters aufgenommen und heiratet dessen Tochter Zippora, sie bekommen einen Sohn. Den nennt er Gerschom: Fremdling, denn: er selbst, Mose, ist ein Fremdling geworden. Er arbeitet als Hirte, hütet die Schafe seines Schwiegervaters. -

Eines Tages überschreitet er den Bereich seines Arbeitsalltags. Er wandert mit seinen Schafen über die Steppe hinaus und gelangt an den Berg Horeb. Und da erlebt er etwas sehr Seltsames, Überwältigendes.

Dass die Bergwelt, der Berg in der Antike allgemein, so auch im Alten und Neuen Testament gerne als besonderer Ort der Gottesnähe verstanden wird, ist Ihnen ja sicher bekannt, und wer in Alpennähe leben darf kann das sicher auch heute noch nachempfinden. Was aber Mose am Berg Horeb widerfährt, ist schon einzigartig in der Geschichte, in der Gottes mit seinen Menschen. Hören Sie selbst, Exodus 3, 1-12:

Mose aber hütete die Schafe Jitros, seines Schwiegervaters, des Priesters in Midian, und trieb die Schafe über die Wüste hinaus und kam an den Berg Gottes, den Horeb. Und der Engel des Herrn erschien ihm in einer feurigen Flamme aus dem Dornbusch. Und er sah, dass der Busch im Feuer brannte und doch nicht verzehrt wurde. Da sprach er: Ich will hingehen und diese wundersame Erscheinung besehen, warum der Busch nicht verbrennt. Als aber der Herr sah, dass er hinging, um zu sehen, rief Gott ihn aus dem Busch und sprach: Mose, Mose! Er antwortete: Hier bin ich. Er sprach: Tritt nicht herzu, zieh deine Schuhe von deinen Füßen; denn der Ort, darauf du stehst, ist heiliges Land!

Und er sprach weiter: Ich bin der Gott deines Vaters, der Gott Abrahams, der Gott Isaaks und der Gott Jakobs. Und Mose verhüllte sein Angesicht; denn er fürchtete sich, Gott anzuschauen. Und der Herr sprach: Ich habe das Elend meines Volks in Ägypten gesehen, und ihr Geschrei über ihre Bedränger habe ich gehört; ich habe ihre Leiden erkannt. Und ich bin herniedergefahren, dass ich sie errette aus der Ägypter Hand und sie aus diesem Lande hinaufführe in ein gutes und weites Land, in ein Land, darin Milch und Honig fließt, in das Gebiet der Kanaaniter, Hetiter, Amoriter, Perisiter, Hiwiter und Jebusiter. Weil denn nun das Geschrei der Israeliten vor mich gekommen ist und ich dazu ihre Drangsal gesehen habe, wie die Ägypter sie bedrängen, so geh nun hin, ich will dich zum Pharao senden, damit du mein Volk, die Israeliten, aus Ägypten führst. Mose sprach zu Gott: Wer bin ich, dass ich zum Pharao gehe und führe die Israeliten aus Ägypten? Er sprach: Ich will mit dir sein. Und das soll dir das Zeichen sein, dass ich dich gesandt habe: Wenn du mein Volk aus Ägypten geführt hast, werdet ihr Gott dienen auf diesem Berge.

Liebe Gemeinde, die eben gehörte Geschichte von der Berufung des Mose trägt Züge, die rätselhaft sind. Und sie trägt Züge, die auch heute noch für das religiöse Erleben der Gegenwart Gottes elementar sind.

Rätselhaft ist die Erscheinung eines Engels Gottes. Wie hat man das zu verstehen? Rätselhaft. Die Erscheinung des Engels Gottes geschieht in der feurigen Flamme eines Dornbuschs. Auch seltsam. Noch rätselhafter ist, dass der Dornbusch brennt, aber nicht verbrennt. Ich denke, da wäre sicher auch jeder von uns sehr neugierig gewesen und hätte sich dieses Schauspiel, diese „wundersame Erscheinung“ näher besehen wollen. Und jetzt das Überwältigende: Gott selbst spricht aus dem brennenden Busch. Er spricht Mose bei seinem Namen an. Der stellt sich: Hier bin ich. Gott weist ihn auf die Heiligkeit des Ortes hin und fordert von ihm, die Schuhe auszuziehen, auch heute noch ein religiöser Brauch in vielen Religionen, die sichtbare Haltung der kultischen Demut und Pietät. Dann erst stellt sich Gott gegenüber Mose als der Gott seiner Väter Abraham, Isaak und Jakob vor. Nun weiß Mose, mit wem er es zu tun hat und unmittelbar verhüllt er sein Gesicht. Das ist ein Ausdruck der altehrwürdigen und ehrfürchtigen Vorstellung, dass Gott zu sehen so gewaltig ist, dass es für Menschen unerträglich ist und den Tod bringt. Deshalb verhüllt Mose sein Gesicht. Und dann hört Mose, was der Gott seiner Väter ihm zu sagen hat und mit ihm vorhat.

Liebe Gemeinde,
die äußeren Umstände dieser Gottesbegegnung wirken rätselhaft und bleiben es für moderne Ohren sicher auch. Auch auf Anhieb rätselhaft ist, dass wir es einmal mit dem Engel Gottes zu tun haben, dann aber spricht Gott selbst. Das lässt sich allerdings erklären. Der Engel Gottes heißt im Hebräischen Malach Jahwe: der Gesandte Gottes. An einen Engel mit womöglich weißem Gewand und Flügeln ist hier nicht zu denken. Malach Jahwe bezeichnet im Alten Testament rein die Funktion des gesandten Boten, der etwas ausrichten soll von seinem Auftraggeber, hier: Gott. Wenn es um die Erscheinung dieser Botschaft geht, wird vom Engel gesprochen. Wenn die Botschaft selbst in Worten zum Tragen kommt, ist es so, dass der Gesandte beim Mitteilen seiner Botschaft mit der Person des Auftraggebers, die er ja vertritt, verschmilzt: Gott selbst spricht.

Und was vernimmt Mose? Dass Gott die Not seines Volkes wahrgenommen hat und kennt, dass er sie wenden will und sich um sein Volk kümmert. Das will Gott tun - nicht selbst, sondern mittels eines Menschen, des Menschen, dem er in diesem Moment ganz nahe ist. Mose wird beauftragt, das Volk aus Ägypten zu befreien und herauszuführen - aus der Situation der Sklaverei und höchster Bedrängnis in das verheißene Land, darin Milch und Honig fließt.

Liebe Gemeinde, an dieser religiösen Audiovision des Mose angesichts des brennenden Dornbuschs sind drei Aspekte auch für uns Heutige noch wichtig zu wissen und zu glauben:

1. Gott kann auch uns unvermutet in Situationen am Rande des Alltags oder außerhalb des Gewohnten gegenwärtig werden. Wenn wir unsere Steppen verlassen und einmal andere Wege gehen, wie Mose. Wenn wir uns dem nähern, was unser Berg Horeb sein könnte, wo wir - jeder für sich - das zunächst noch Fremdartige dann als das Außerordentliche, das Erhabene oder das Weiterführende und Wegweisende entdecken und wir daraus neue Kraft gewinnen.
Das könnte tatsächlich auch an einem Berg in den Alpen sein, ein Naturerlebnis, es kann auch der Besuch eines Gottesdienstes sein; eines Konzerts, einer Ausstellung von Bildern, die uns über unsere Existenz aufklären und über die momentane Situation hinausführen, Bilder, die uns mehr sagen, als wir uns selbst sagen können über uns. Je überraschender ein solches Erlebnis, eine solche Wahrnehmung für einen selbst ist, je ungewöhnlicher, desto besser. In all dem, was den Alltagsbereich überschreitet, neue Wege zu gehen ermutigt, da kann uns Gott gegenwärtig werden, uns irritieren, aber auch gerade darin begleiten.

2. Gott operiert nicht irgendwie von außen an und in der Welt und ihrer Geschichte herum. Gott wirkt durch Menschen. So wie er am Beispiel des Mose für sein Volk durch Mose handelt. So wie er für uns Christen wesentlich durch Jesus Christus wirkt. Seine geistgewirkte Wahrnehmung dessen, was er eigentlich war und was er vertreten hat, in Wort und Tat und durch sein Leiden - so will Gott auch durch uns, jeden einzelnen von uns für seine Menschen da sein und wirken. Durch uns Not mittragen, Not wenden und Erleichterung, Befreiung, Lebensmut und Trost geben.
Nun, wir müssen nicht wie Mose ein ganzes Volk befreien, aber dazu beitragen können wir in vielen Teilen unserer heutigen Einen Welt. Indem wir uns politisch engagieren, mit Zivilcourage Missstände beseitigen helfen und für Verbesserungen mit sorgen. Auch in unserem unmittelbaren Umfeld: Persönliche Not wenden, indem wir uns ehrenamtlich einsetzen, uns um Schwächere kümmern, indem wir Kranke besuchen, Hilfsbedürftige beraten und unterstützen - wenigstens, und das ist ja manchmal schon sehr viel, zuhören, was jemand sagt und wie er es sagt, „ganz einfach“ uns Zeit nehmen für Menschen, die Probleme haben, ihr Leben zu bewältigen, am Rande unseres Alltags und darüber hinaus. Darin wirkt Gott durch Menschen heute.

3. Das alles können wir aber nur, wenn wir wie Mose zwei Dinge haben:
Das eine ist ein Sinn für das Rätselhafte, oder auch: sensible Neugier (nicht: Sensationsgier). Wenn wir wach beobachten, was läuft und wie es läuft. Wenn wir dann staunen oder uns darüber wundern. Und dann deutend wahrnehmen, was es mit uns zu tun hat und dass wir gefragt sind, merken, was wir tun, wie wir uns verhalten müssen.
So wie Mose angesichts des brennenden Dornbuschs wahrgenommen hat, dass er sein Volk aus Ägyptenland herausführen muss, göttlicher Auftrag, höchste Pflichtstufe - und das angesichts eines brennenden Dornbuschs? Er hätte ja den Dornbusch einfach brennen sehen können und nicht weiter beachten. Lass ihn brennen! Was interessiert mich irgendein Dornbusch in der Wüste? Nein, der Dornbusch hatte es ihm angetan, den Dornbusch sah er sich näher an. Er brennt, aber er verbrennt nicht. Meditierend sitzt er vor ihm: Da wird er gewahr, dass dieser Dornbusch sinnbildlich sein ureigenstes Thema darstellt, sein ganz persönliches Thema ist. Das von ihm verlassene Volk in der Bedrängnis - es brennt, aber es wird nicht vernichtet, nicht verzehrt - es wird überleben. Ich werde es in ein Land führen, darin Milch und Honig fließt. So sollte es später wohl auch werden.
Dass die Geschichte dieses Volkes nicht immer so gegangen ist, wissen wir schmerzlich. Es hat gebrannt, und viele sind verzehrt worden. Gar nicht lange her, und sehr nahe. Und wir beobachten mit Skepsis und Hoffnung, dass die heutige politische Umsetzung der alten Verheißung sich äußerst schwierig gestaltet. Kann man täglich in den Nachrichten sehen: wie der Dornbusch brennt. Die Menschen in Israel, in Palästina, im Nahen Osten immer noch und immer wieder aktuell, aber auch an vielen anderen Stellen der Welt, unzähliges Leid, von Menschen hausgemacht, von und auf allen Seiten, in den Gebieten und von außerhalb, oftmals sind es Stellvertreterkriege, die geführt werden: und die Tausenden auf beiden Seiten, ja Abertausenden auf vielen Seiten und die Millionen von Notleidenden: sie sind heute der brennende Dornbusch. -
Im Grunde ist es jeder Mensch, der in einer ernsthaften Notlage ist, die gewendet werden muss. Passen wir auf, dass wir nicht abstumpfen.
Bleiben wir wach für alles, was sich da irgendwie möglicherweise seltsam positiv oder negativ entwickelt, also alles, alles Negative, aber auch positiv Rätselhafte, und bleiben wir sensibel, und suchen wir neugierig und klug mit nach Lösungen. Mehr und nachhaltiger als bisher, jeder so gut er kann.

Das Zweite, was wir wie Mose brauchen, ist: Gottvertrauen. Mose selbst hatte es - nicht grenzenlos. Als er vernimmt, zum Pharao gehen zu sollen, wehrt er ab: Wer bin ich, dass ich zum Pharao gehe und führe die Israeliten aus Ägypten? Warum ausgerechnet ich? Und später windet er sich noch mehrfach, bis dahin, dass er zu Gott sagt: Sende, wen du willst. Also: Ohne mich.

Schließlich überwiegt die Zusage Gottes: Ich will mit dir sein. Und gebe dir die nötige Unterstützung mit auf deinen Weg. Meinen Segen hast du, und daran ist alles gelegen. Ja. Das ist es, was auch wir jedes Mal brauchen: innere Überwindung, Überwundenwerden durch Gottvertrauen, dass wir ungewohnte, neue Wege gehen können - mit dem Segen Gottes. Dass wir sicher sein können, dass ein höherer, als wir es sind, Gott selbst uns begleitet und schützt. Darum bitten wir.

Wie ein altes Kindergebet sagt: Wo ich gehe, wo ich stehe, ist der liebe Gott bei mir. Wenn ich ihn auch niemals sehe, weiß ich sicher, Gott ist hier.

Amen

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