Evangelisch-Lutherische Kirchengemeinde Berg am Starnberger See

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Ägyptenreise 2019
vom 2. bis 9.5.2019

Informationen hier


 Kirchenvorstands-
sitzungen

2018: 05.11., 10.12.
2019: 07.01., 04.02.

jeweils 20.00 Uhr


Familien- und Kindergottesdienste

18.11., 02.12.


Theologie für die Gemeinde

mit Pfarrer Johannes Habdank

Montag 28.01.2019,
20.00 Uhr


Offenes Tanzen 

Tanzen mit Christa 
für Jung und Alt

2018: 16.11., 07.12.
2019: 18.01., 15.02.

  jeweils Freitag, 20.00 Uhr


 





Evangelisch-Lutherische Kirchengemeinde Berg am Starnberger See

Aktuell

25.11.2018 - Gottesdienst am Ewigkeitssontag

Aktuell >>

Predigt am Totensonntag 2018 von Pfarrer Johannes Habdank
über Offenbarung 2,10

Herr, gib trübe Augen für Dinge, die nicht taugen, und Augen voller Klarheit für dich und deine Wahrheit. Amen.

Liebe Gedenk-Gemeinde,

es gibt einen Spruch aus dem letzten Buch der Bibel, der Offenbarung des Johannes, Kapitel 2, Vers 10, der lautet: 

"Sei getreu bis in den Tod, so will ich dir die Krone des Lebens geben."

Ursprünglich sind diese Worte der urchristlichen Gemeinde von Smyrna in Kleinasien, heutiges Izmir, gewidmet am Ende des 1. Jahrhunderts. Der Seher Johannes soll dieses Wort des erhöhten Christus, das er in einer Art religiöser Audiovision auf der Insel Patmos empfangen haben soll, dieser von Bedrängnis, Not, Verfolgung und Tod gezeichneten Gemeinde in Smyrna weitersagen.

"Sei getreu bis in den Tod, so will ich dir die Krone des Lebens geben."
Ob mit der Krone des Lebens eine Königskrone gemeint ist oder ein Lorbeerkranz wie der Siegeskranz bei den Olympischen Spielen in der Antike, oder ein heller Lichtkranz, wie er dem Licht der Ewigkeit entspricht, darüber gibt es verschiedene Meinungen. Jedenfalls ist es etwas, was wie ein großer Preis unser Leben am Ende zieren und veredeln soll. Eine Art ewiger Heiligenschein, der endgültige Gottzugehörigkeit symbolisiert, mit dem die, die durch den Tod ins ewige Leben gehen, versehen werden, so die Vorstellung. Ja, die gestorben sind - sie sind im Licht – und im Frieden bei Gott.

"Sei getreu bis in den Tod, so will ich dir die Krone des Lebens geben."
Dieser biblisch-christliche Spruch wurde im 2. Weltkrieg von den Nazis auf perfide Weise missbraucht, nämlich als Leit- und Trostspruch für Wehrmachtssoldaten in aussichtslosen Kampfsituationen in dem Sinne: „Der Führer“, nicht Christus spricht: "Sei getreu bis in den Tod, so will ich dir die Krone des Lebens geben." Es wurden beide Deutungen damals offenkundig geschickt ineinander gespiegelt. Ein vor einigen Jahren schon Verstorbener, ehem. Wehrmachtssoldat in Frankreich, hat es wohl dennoch von Jesus Christus geglaubt, und nicht vom „Führer“, und – er ist auf wundersame Weise aus dem sicheren Tod gerettet und auch noch alt geworden.

"Sei getreu bis in den Tod, so will ich dir die Krone des Lebens geben."
Wem soll man treu sein? Zum einen denen, mit denen man im Leben verbunden ist. Und bei aller Entwicklung und bei allen Änderungen im Lebensverlauf sicher auch sich selbst. Beides ist uns Menschen nicht immer möglich und gegeben.
Aber im Rückblick auf eine Biografie – und das ist ja am Totensonntag auch Thema – lassen sich zumindest Züge nachzeichnen, manchmal nur verdeckt, dass ein Mensch sich und den Seinen doch mehr treu geblieben ist, als es auf den ersten Rückblick den Anschein hat. Gewisse Charakterzüge und Verhaltensmuster halten sich das ganze Leben von klein auf durch - weswegen ich immer sehr viel Wert darauf lege in den Gesprächen mit den Angehörigen, etwas über Umstände und Begebenheiten der Verstorbenen aus ihrer Kindheit zu erfahren – und da wissen manchmal die Kinder sehr viel, andere von der Kindheit ihrer gestorbenen Eltern recht wenig: wurde wenig darüber gesprochen? Interessiert es vielleicht nicht so? Über Krisenzeiten im Leben der Verstorbenen ist dann schon mehr zu erfahren, wie sie den Menschen in seinen bisherigen Vorstellungen und Einstellungen zum Leben verändert haben, ja, da geht es dann einigermaßen. Aus dem weiteren Lebenslauf kann man oft auch indirekt erkennen, wie frühere Ereignisse und Erfahrungen das Leben des Verstorbenen beeinflusst und verändert haben, nachhaltig geprägt haben bis in den Tod: Ist der oder die Jeweilige damit zurecht gekommen, etwa mit diesem Bruch im Leben – früher Tod eines Elternteils, Tod eines eigenen Kindes, Trennung und Scheidung, schwerer Unfall, üble Krankheit - und bei all dem, was dann im weiteren Verlauf passiert ist, ist der verstorbene Mensch den anderen oder sich dabei irgendwie treu geblieben?
Kontinuitäten und Diskontinuitäten in einem Leben zu entdecken, ist die Aufgabe und sie zu deuten, vielleicht sogar zu verstehen. Und das versuchen wir in den Trauergesprächen gemeinsam, auch jeder für sich.

"Sei getreu bis in den Tod, so will ich dir die Krone des Lebens geben."
Über unsere Treue im Leben zu anderen und zu uns selbst hinaus will dieser Spruch uns mehr sagen, nämlich: Es gibt auf jeden Fall immer einen, der treu zu dir ist. Und das ist kein Mensch heute, sondern Gott selbst in Jesus Christus, der dir hoffentlich auch heute in anderen Menschen und Erlebnissen begegnen kann.
Er ist das Alpha und das Omega, das A und das O. (Nun: nach unserem heutigen Alphabet müsste man sagen, das A und das Z. Klingt nicht sehr schön. Gott das Zett? Aber gemeint ist:) Er ist Anfang und Ende, der Allumfassende und Allumfangende und Allbeschützende, auf den Höhen und in den Tiefen unseres Lebens, er allein ist wahrer Grund und Hintergrund unseres Seins.
Wie es in einem Gedichtvers heißt: "In den Tiefen, die kein Trost erreicht, lass doch deine Treue mich erreichen. In den Nächten, wo der Glaube weicht, lass nicht deine Gnade von mir weichen."

Liebe Gedenk-Gemeinde,
"Sei getreu bis in den Tod, so will ich dir die Krone des Lebens geben." Dasselbe Wort für die Krone, um die es in diesem Spruch steht, „stephanos“, bezeichnet an anderer Stelle im Neuen Testament die Dornenkrone Jesu. Soweit ich die Lebens- und Sterbegeschichten der in diesem zu Ende gehenden Kirchenjahr Verstorbenen überblicke, nicht alle, war es oft am Ende ein Kreuzweg, der gegangen, gelitten werden musste und mitgelitten wurde. Mein Respekt und meine Bewunderung gilt denen, die die Entwicklung zum Ende hin intensiv begleitet haben, manche jahrelang. Denen, die sich gekümmert haben bis zum Tod um ihre Lieben und vielleicht auch nicht immer ganz so Lieben, und auch die Zeit danach noch – da gibt es so viel zu tun und aufzuarbeiten, auch an eigenen Gefühlen und eigenem Leben – Ihnen wünsche ich, dass sich Ihnen sozusagen der „Betreuer-Sinn“ dieses Spruches erschließt, denn Sie selbst waren treu bis in den Tod und darüber hinaus!

Ja, sei getreu bis in den Tod, so will ich dir die Krone des Lebens geben.
Herr Gott, sei Du uns treu, auf dass wir dir treu bleiben.

Amen.

 

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Evangelische Termine in Bayern

Aktuelle Nachrichten

03.12.2018 - Mitarbeiter Adventsfeier

im Katharina von Bora - Haus

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25.11.2018 - Gottesdienst am Ewigkeitssontag

Predigt von Pfarrer Johannes Habdank im Katharina von Bora-Haus 

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21.11.2018 - Buß- und Bettag

Gottesdienst mit Pfarrer Johannes Habdank, im Anschluss daran geselliges Beisammensein mit unseren katholischen Gästen im Katharina von Bora-Haus

Bilder  - Predigt zum Tage

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21.11.2018 - Kinderbibeltag "Paradies"

am Buß- und Bettag

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14.11.2018 - Kunstwerk des Monats November

mit Elke Link aus Berg

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Seniorenkreis am 13.11.2018

mit Christl Hendel: "Für die Ewigkeit - Der alte Israelitische Friedhof in München"

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Festgottesdienst am 11.11.2018

zur Einführung des neuen Kirchenvorstandes in Berg im Katharina von Bora-Haus

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