Evangelisch-Lutherische Kirchengemeinde Berg am Starnberger See

Datenschutzerklärung


Anmeldung / Abmeldung
Newsletter


Online Anfrage für
Taufe oder Trauung


Gemeindebrief

mit Einzelseiten zum Download


"Lindenbichl 2019"
Anmeldungen ab
14. Januar hier


Ägyptenreise 2019
vom 2. bis 9.5.2019

Informationen hier


 Kirchenvorstands-
sitzungen

2018: 05.11., 10.12.
2019: 07.01., 04.02.

jeweils 20.00 Uhr


Familien- und Kindergottesdienste

18.11., 02.12.


Theologie für die Gemeinde

mit Pfarrer Johannes Habdank

Montag 28.01.2019,
20.00 Uhr


Offenes Tanzen 

Tanzen mit Christa 
für Jung und Alt

2018: 16.11., 07.12.
2019: 18.01., 15.02.

  jeweils Freitag, 20.00 Uhr


 





Evangelisch-Lutherische Kirchengemeinde Berg am Starnberger See

Aktuell

24.12.2018 - Christvesper

Aktuell >>

in der Kath. Pfarrkirche Aufkirchen
mit Pfarrer Johannes Habdank und den BergerBlechBläsern

Nachstehend die Predigt von Johannes Habdank zum Mitlesen und/oder Anhören im Audio-Player. Zur Einleitung und Nachspiel musizieren die BergerBlechBläser unter Leitung von Prof. Frieder Harz. Herunterladen einzelner Tonaufnahmen über Rechtsklick im Audio-Player oder die dort verfügbare Funktion. Bilder vom Gottesdienst in der Bildergalerie.


"Ich steh an deiner Krippen hier" (Gemeindelied mit den BergerBlechBläsern und Orgel)

Audio-Player


Predigt von Pfarrer Johannes Habdank an Heiligabend 2018

 

Liebe Heiligabendgemeinde,

die großen Festtage des christlichen Kirchenjahres gelten als heilsame Unterbrechungen des Alltags. Sie dienen zur Unterscheidung des wirklich Lebenswichtigen, Entscheidenden vom weniger Relevanten in unserem Leben und wollen zur Besinnung über unser Leben Gelegenheit geben. Angesichts dessen, dass wir nur allzu oft zu wenig zur Besinnung kommen, geben uns diese religiösen Festtage ergänzend zum Alltag die Chance, sich – wenn wir die Festtage nicht veralltäglichen – einmal Zeit für Elementares zu nehmen. Und darin liegt der besondere Wert, den religiöse Feste für uns haben können: Besinnung. Mit „Besinnung“ ist nicht irgendeine Gefühlsduselei oder selbstverliebte Ich-Bezogenheit gemeint, sondern für „BeSinnung“ muss man alle seine Sinne anstrengen. Wie Friedrich Wilhelm Graf, bekannter protestantischer Theologieprofessor, der gerade 70 geworden ist, einmal in einer Weihnachtsnummer des „Rotarier“ geschrieben hat: „Besinnung ist eine spezifische Form der Konzentration. Sie dient der Selbstreflexion“. Genau darum geht es, wenn wir Weihnachten feiern: dass wir auch einmal die Zeit finden und uns auf das für uns und unser Umfeld Wesentliche, Entscheidende, Wichtige konzentrieren und darüber nachdenken, dem nachsinnen.

Weihnachten gilt wie kein anderes Fest bei uns als Fest der Familie und des Friedens, des Friedens aus biblischen Gründen, wie wir vorhin in den „Weissagungen“ gehört haben. Weil beides für uns elementar wichtig, wesentlich ist, ist das so. Und wenn es an Weihnachten in der Familie auch einmal nicht so friedlich zugeht, dann zeigt und bestätigt uns das, wie außergewöhnlich und außeralltäglich emotionsbehaftet und harmoniewunschbesetzt dieses Fest ist: du möchtest doch bitte nicht nur mit dir selbst in Harmonie und Frieden sein, nein: auch mit deinen Allernächsten, und diesmal wieder oder besonders gut gestimmt, fröhlich, mit ihnen liebevoll und friedfertig umgehen. Mehr als sonst. Deswegen, wegen dieser Erwartungshaltung, liegen Harmoniewunsch und Konfliktanfälligkeit an Weihnachten so nah beieinander. Wie es am Wochen- ende in einer bekannten Zeitung aus dem süddeutschen Raum hieß, von dem Journalisten Arno Makowski: „Fürchtet euch nicht. Weihnachten ist das schönste und das schrecklichste Fest. … Wie es scheint, führt gerade die Erwartung weihnachtlicher Harmonie dazu, dass latent vorhandene und nicht ausgesprochene Aggressionen und Enttäuschungen sich Bahn brechen. Wie oft hat man in diesem Jahr aneinander vorbeigeredet, war nicht aufmerksam genug, hat emotional auf Autopilot geschaltet, hat nicht kapiert, dass der andere mal seine Ruhe braucht. Oder mehr Zuwendung. Was hat man gleichzeitig selbst alles weggesteckt, Verständnis gehabt, nichts gesagt.  … Weihnachten als psychologische Extremlage.“
  
Ja, das spiegelt im Kleinen, im Rahmen der eigenen Welt damit zugleich wider, wie in der großen, globalisierten Welt Frieden und Verständigung einerseits und Unfrieden, Krieg und Haß andererseits aufeinander treffen, oftmals auch ganz überraschend nah beieinander liegen, im Alltag der Welt, der vielen anderen Welten, die gar nicht so viel wissen und halten von unserer kirchlichen Festtagswelt, gerade auch an Weihnachten.

Warum feiern wir Weihnachten? Weil vor über 2000 Jahren Jesus geboren ist. Insofern ist Weihnachten ein Geburtstagsfest. Allerdings ein besonderes, weil Jesus nicht irgendjemand war, sondern, im Nachhinein gesehen, nicht  weniger als der Initiator einer neuen Weltreligion. Und zwar der heute am meisten und weltweit am weitesten verbreiteten.

Wir feiern Weihnachten, weil sich mit Jesu Kommen in die Welt und seinem Wirken in der Welt in revolutionärer Weise die Religion verändert hat. Die Religion, also: die Beziehung auf das, was einen Menschen, was dich persönlich unbedingt angeht und im Letzten bestimmt.

Und das lässt sich in drei Punkten darstellen, die bis auf das heutige Weihnachtsfest und darüber hinaus wichtig sind:
Zum Einen: Jesus bringt den Glauben an den Gott der Liebe, der Menschen-nähe und der Vergebung. Der Gott, von dem er redet, artikuliert sich nicht in vielen Anforderungen und Gesetzen und Vorschriften: wie du etwas machen musst, wie du dich im Alltag verhalten musst; nein! Kein moralischer Knigge – sondern: glaube und verhalte dich frei nach nur einem Maßstab: Liebe Gott und deinen Nächsten wie dich selbst. Die Gottesliebe bezeichnet dabei die Unbedingtheitsdimension der Nächstenliebe. „Liebe deinen Nächsten wie dich selbst! Es ist ja beileibe nicht so, dass wir erst lernen müssten, uns selbst zu lieben, um den anderen zu lieben, wie eine seit Jahren modische, vor allem in Psycho- und esoteriknahen Kreisen weit verbreitete Fehlinterpretation meint: Jesu Gebot der Nächstenliebe setzt die unausrottbare Selbstliebe, den Egoismus voraus und meint: Liebe den anderen doch endlich auch mal so wie dich selbst! Sorge mit für seine Erhaltung, wie du für dich aufgrund deines Selbsterhaltungstriebs dauernd sorgst!

Und anhand dieses absolut, in der Gottesliebe, verankerten Maßstabs der Nächstenliebe, verhalte dich frei und tu dann verantwortlich, was du willst! Wie der ökumenische Kirchenvater Augustinus treffend gesagt hat: „Liebe, und tu was du willst.“ Glaube als Motivation zu freiem, verantwortlichem christlich motiviertem Handeln, wie und wo du willst, da, wo es nottut. Jesus hat dieses eine Gebot zum Maßstab für alle anderen Regeln, Normen und Gesetze erhoben und ihm durch die Koppelung an das Gebot der Gottesliebe Unbedingtheitscharakter verliehen. Das war revolutionär! Und ist es bis heute. Wir brauchen nur einmal unsere Alltagsregeln oder unsere Gesetze und Gesetzlichkeiten und Rituale entsprechend unter die Lupe zu nehmen. Da wäre für alle von uns Sprengkraft drin. Die Kraft der Liebe.

Das Zweite ist, dass mit Jesus die prinzipielle Entgrenzung von Religion in die Welt gekommen ist. Was im Judentum der alttestamentlichen Propheten partiell bereits angedeutet war, wird bei Jesus und erst recht in seinem Gefolge beim Apostel Paulus Programm und Wirklichkeit: Das Heil Gottes gilt nicht nur einem Volk, sondern soll sich universal auswirken, gilt für jeden und alle.

Jesus hat das selbst auch erst lernen müssen, als er das Kind einer nicht zum Volk Israel gehörenden Frau nach ersten Vorbehalten dann doch geheilt hat. Das war für ihn sein persönliches Grenzüberschreitungs- und Universalisierungserlebnis. „Theoretisch“ kannte er das aber schon: hatte er doch im Gleichnis vom barmherzigen Samariter erzählerisch bereits alle volksmäßigen und religiösen Grenzen gesprengt gehabt. Leute mit Migrationshintergrund, wie man heute sagen würde, und anderen Akzeptanzproblemen waren ihm nicht suspekt, sondern durchaus auch zur Provokation dienende Handlungsleitfiguren und Vorbilder.

Womit Jesus aber, und das ist der dritte Punkt, am meisten auffällig wurde, und womit er seine eigene jüdische Religion revolutioniert hat, und bis heute auch jeden anderen Gottglauben in Frage stellt: das ist sein Weg weg von der Vorstellung eines allmächtigen Gottes, der gerecht ist und richtet, hin zum Gott, der in den Schwachen mächtig ist, der sich um jeden einzelnen liebend kümmert, der gnädig ist, vergibt. Diesen in dieser Deutlichkeit, Klarheit und Radikalität religionsgeschichtlich neuen und bis heute universal einzigartigen Gottesglauben hat Jesus gepredigt, gelebt und sogar auch noch in seinem Sterben persönlich vertreten, wenn er am Kreuz über die, die ihm sein Ende bereitet haben, gesagt hat: Herr, vergib ihnen, denn sie wissen nicht was sie tun.

Das ist die revolutionäre Glaubensvorstellung von dem Gott, der nicht über allen Dingen schwebt, sondern sich des Menschen annimmt, selbst der tödlichen Feinde. Von dem Gott, der Mensch wird in Jesus insofern, als er sein wahres Gesicht zeigt in ihm, in dem Jesus, der sich um alle Menschen, die seiner Hilfe bedürftig sind, annimmt. Das ist das Gesicht Gottes, das auch heute noch sichtbar werden soll, kann und wird.

Es ist also mehr als die Geburt des kleinen, lieben Jesulein an Weihnachten, die wir feiern, es ist die Geburt einer großen religiösen Idee und auch einer ethischen - wie sie am Ende des Matthäusevangeliums von Jesus Christus selbst in überaus empathischer, sich in die Bedürftigen hineinversetzender Weise formuliert wird: „Ich bin hungrig gewesen und ihr habt mir zu essen gegeben. Ich bin durstig gewesen und ihr habt mir zu trinken gegeben. Ich bin ein Fremder gewesen und ihr habt mich aufgenommen. Ich bin nackt gewesen und ihr habt mich gekleidet. Ich bin krank gewesen und ihr habt mich besucht. Ich bin im Gefängnis gewesen und ihr seid zu mir gekommen. … Was ihr getan habt einem meiner geringsten Brüder, das habt ihr mir getan.

Diese Glaubens- und Lebenseinstellung Jesu, diese Idee letztlich ist an Weihnachten geboren worden, liebe Gemeinde. Für das „Für die da sein, für die sonst niemand recht da ist!“ Um das auch heute noch zu tun, braucht Gott und der an Jesu Leben orientierte christliche Glaube, organisiert in Gemeinden und Kirchen und wohl auch anderen Organisationen, Menschen, die genau bzw. analog heute das tun, was Jesus zu seinen Lebzeiten getan hat und sich von seinen Jüngern und allen, die sich Christen nennen, wünscht und von ihnen will: Werke und Taten der Zuwendung und Barmherzigkeit. Dazu brauchen wir Aufmerksamkeit und Wachsamkeit, wo irgendwo Unterstützungs- oder Assistenzbedarf besteht. Dazu braucht es Phantasie und Einsatzbereitschaft. Zeit und auch Geld. Vertrauens- und Geldinvestitionen und Zuversicht!

Liebe Heiligabendgemeinde, die vorhin gelesene Weihnachtsgeschichte reflektiert und symbolisiert auf ihre eigene Art den durch Jesus revolutionär in die Welt gebrachten Wechsel des Gottesverständnisses vom allmächtigen Gott zum Gott, der in den Schwachen mächtig ist: Der neue König kommt nicht in der prunkvollen Hauptstadt Jerusalem zur Welt, sondern in dem kleinen, unbedeutenden Dorf, einem Vorort, Bethlehem. Nur etwas weniger weit entfernt von Jerusalem wie Berg von München. Da, in einer Grotte, nicht in einem Palast, kommt der neue König zur Welt, sagt die urchristliche Legende. Die ersten, die zur Anbetung da sind, sind einfache Hirten, nicht Könige, keine Weisen, die kommen erst später. Die Mutter ist ein zuvor völlig unbeschriebenes Blatt: eine gewisse Maria aus Nazareth, den Namen gab es damals sehr häufig. Nichts Besonderes. Und der Vater Jesu, Vater Josef, wie es an einigen Stellen des Neuen Testaments völlig selbstverständlich heißt. Dass dieser neue König von diesen so unverdächtigen, eigentlich dazu so gar nicht prädestinierten Eltern kommt, dazu brauchte es sehr wohl des Mitwirkens des Heiligen Geistes Gottes.

Wieso eigentlich „neuer König“? Er, Jesus selbst, entsprach nie in seinem Leben dem, was man „König“ nennen könnte, Staatspräsident wäre seins nicht gewesen, nein, auch kein anderer großer, mächtiger Volksheld! Das entsprach einfach nicht seinem Gottesglauben: Jesus machte sich gemein mit den Niedrigsten und Verachtetsten, kam ihnen nahe, half ihnen, vergab ihnen, richtete sie auf! So war Jesus, dessen Geburtstag wir heute feiern. Sein Name bedeutet: „Gott rettet“, „Gott erlöst“.

„Neuer König?“ Jesus trug nur einmal im Leben eine Krone, die Dornenkrone, die ihm an seinem Ende aus Spott aufgesetzt wurde: ein durchaus passendes Zeichen seiner Macht, die keine äußerliche war, und doch bis heute geistig wirkmächtig ist. Er und sein Gottvater waren und sind bis heute – wenn auch oft sehr verborgen wahrnehmbar – die, die sich um alle Menschen kümmern und für jeden von uns da sind –, und die sich freuen würden, wenn wir es auch so tun und handhaben würden, uns kümmern um die, die uns brauchen.

An Weihnachten, seinem, Jesu Geburtstagsfest, und darüber hinaus. Darauf bitte ich Sie und Euch alle, sich an Weihnachten zu besinnen, am Festtag – für den Alltag.

Amen.
 
Und der Herr sei mit eurem Geiste. Amen.


Die BergerBlechBläser nach der Predigt

 Fotos vom Gottesdienst in der Bildergalerie.

Zurück

 

Evangelische Termine in Bayern

Aktuelle Nachrichten

09.01.2019 - Kunstwerk des Monats Januar

Hommage an Fritz Winter aus Dießen im Katharina von Bora-Haus

weiter lesen


13.01.2019 - Ökumenischer Wortgottesdienst

zur Gebetswoche für die Einheit der Christen in der Pfarrkirche Aufkirchen

weiter lesen


01.01.2019 - Lust auf Kirche

mit jungen Berger Musikern

Bilder


31.12.2018 - Gottesdienst

zum Jahresschluss mit Pfarrer Dr. Gerhard Pfister in Aufkirchen

weiter lesen


25.12.2018 - Gottesdienst

am 1. Weihnachtstag mit Pfarrer Johannes Habdank im Katharina von Bora-Haus 

weiter lesen


24.12.2018 - Hilferuf aus Nairobi

Marie Habdank engagiert sich für eine Schule, in der 40 Slumkinder eine Zuflucht finden

Bericht über das Projekt in der Weihnachtsausgabe des Starnberger Merkur.

weiter lesen


24.12.2018 - Christvesper

an Heiligabend mit Pfarrer Johannes Habdank in der Kath. Pfarrkirche Aufkirchen

weiter lesen