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1.7.2018 - Gottesdienst zum Konfirmationsjubiläum

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Predigt von Pfarrer Johannes Habdank in der Friedenskirche Starnberg

Predigttext 1. Mose 12, 1-4a

Liebe Gemeinde!

ein beliebter Tauf- und Konfirmationsspruch heute lautet: 

„Ich will dich segnen und du sollst ein Segen sein.“

Er stammt aus dem ersten Buch der Bibel, Genesis, Schöpfung, oder einfach 1. Buch Mose, Kapitel 12, Vers 2, und lautet:

„Ich will dich segnen, und du sollst ein Segen sein.“

Das sagt ursprünglich Gott bei der Berufung des Abraham, der ausziehen soll aus seinem Heimatland Kanaan in ein Land, das Gott ihm zeigen will. Genau genommen heißt der Spruch so, mit Kontext, und das ist der heutige Predigttext am 5. Sonntag nach Trinitatis, durchaus passend zu einem Konfirmationsjubiläum:

„Und der Herr sprach zu Abraham: Geh aus deinem Vaterland und von deiner Verwandtschaft und aus deines Vaters Hause in ein Land, das ich dir zeigen will. Und ich will dich zum großen Volk machen und will dich segnen und dir einen großen Namen machen, und du sollst ein Segen sein. Ich will segnen, die dich segnen, und verfluchen, die dich verfluchen; und in dir sollen gesegnet werden alle Geschlechter auf Erden. Da zog Abraham aus, wie der Herr zu ihm gesagt hatte.“

Abraham ist im Alten wie im Neuen Testament zum Urbild des wahren Glaubens geworden, ja in allen drei monotheistischen Weltreligionen Judentum, Christentum und Islam gilt er als Vorbild und „Vater“ des Glaubens schlechthin. Vater Abraham.

Warum? Weil er ohne Wenn und Aber, ohne Zögern oder Murren Gott auf´s Wort glaubt. Nach Paulus ein Glaube ohne Werkgerechtigkeit, allein aus Gnaden.

Abraham glaubt Gott auf´s Wort: „Geh aus deinem Vaterland!“ Er geht. Ist ja auch nichts so Außergewöhnliches für einen Nomaden, auch wenn er schon 75 Jahre alt ist. „Verlasse deine Verwandtschaft!“ Das ist schon schwieriger, als Oberhaupt aus dem Clan auszuscheren - er wird seine Frau Sarah und den Neffen Lot mitnehmen: Lot als Gehilfen und seine Frau Sarah, die ja auch nicht mehr die Jüngste ist, zum Kinderkriegen, um den Fortbestand der Sippe, des Clans zu sichern; Abraham glaubt dieser unwahrscheinlichen Verheißung Gottes, dass aus ihm und ihr noch etwas Großes, ein großer Name, ein großes Volk werden würde – wann, wird nicht gesagt. Aber: Er glaubt auch dieser Anrede, Anmutung, Zumutung der Gottesrede auf´s Wort, die – komprimiert – in die Spitzenaussage mündet: „Ich will dich segnen und du sollst ein Segen sein!“

Liebe Gemeinde, dieses „Gott auf´s Wort glauben“, ist es das, warum heute dieser Segensspruch aus der Geschichte von Abrahams Berufung so gerne als Tauf- oder Konfirmationsspruch ausgewählt wird? Ausgewählt, sage ich - ja, heute dürfen sich die Konfirmanden ihren Spruch selber aussuchen – wer von Ihnen, liebe Jubilare, durfte das seinerzeit auch schon? (Hand hoch, wann war das?).
Unsere Konfirmanden heute dürfen sich ihren Spruch selber auswählen, aber nur mit Begründung, warum sie genau diesen Spruch gut finden (also „find ich schön“, „find ich gut“, da habe ich mein „like“ gesetzt – das reicht nicht!), denn sie sollen ja religiös mündig sein oder allmählich werden, und dazu gehört: Rechenschaft ablegen können über das, was man glaubensmäßig „gut findet“, und zwar nachvollziehbar.

Ich habe bei meiner eigenen Konfirmation 1977 einen solchen religiös-theologischen Intelligenz- und Begründungsaufwand nicht betreiben müssen, weil mir mein Konfirmationsspruch noch zugeteilt wurde, von meinem Konfirmator – es war übrigens sein eigener Spruch, den er pro Jahrgang nur einem Konfirmanden weitergegeben hat, von dem er meinte: der wird einmal Pfarrer. Das hat er mir auch gesagt damals. Ich habe ihm das allerdings alles andere als „auf´s Wort geglaubt“. Erst später, gegen Ende eines sehr kritischen und aufgeklärten Studiums, hat es sich für mich dann doch so ergeben. (Übrigens sind sogar insgesamt drei aus meinem Jahrgang später Pfarrer geworden, obwohl die zwei anderen andere Sprüche hatten. Mit der einen bin ich sogar seit der 1. Klasse in der Schule gewesen, und ich habe es nicht gemerkt, wie es sich bei ihr entwickelt! Sie hat dann auch den anderen geheiratet … !)

Zurück zu Abraham: Gott auf´s Wort glauben, das tat er bei seiner Berufung getan. Gott auf´s Wort glauben, das tat er auch, als er mit 100 Jahren Vater seines zweiten Sohnes wurde, Isaak (der erste Sohn war ja der von der Magd Hagar: Ismael, aus dem auch ein großes Volk wurde, zumindest führen die Araber und alle Muslime als Ismaeliten sich auf ihn zurück). Dann: Bei Sohn Isaak glaubte Abraham Gott auf´s Wort, als er ihn als Erstgeborenen opfern sollte, wie es Brauch war, eine der gruseligeren Bibelgeschichten, im Ergebnis eine Symbolgeschichte zur Abschaffung des Menschenopfers - ein Tier musste stellvertretend daran glauben.

Liebe Gemeinde, liebe Jubilare,

„Ich will dich segnen und du sollst ein Segen sein.“ Dieser Spruch – hatte ihn eigentlich jemand von Ihnen als Tauf- oder Konfirmationsspruch ? … Das ist nicht der Fall – .

Dieser Spruch bezieht seine Stärke heute nicht aus seinem Kontext, sondern aus sich selbst. Denn wer will heute schon blind oder direkt etwas glauben? So wie Abraham! „Kadavergehorsam“ nennen wir so etwas, wie bei der Geschichte mit Isaak. Und diese Sorte von Gehorsam und Gehorchen sind wir ja hoffentlich los in Deutschland heute, oder doch noch nicht ganz?

„Ich will dich segnen und du sollst ein Segen sein.“

Diese Zusage eröffnet ein Leben mit offener Perspektive. Und zwar einer positiven Perspektive von Kindheit und Jugend an, wenn man diesen Spruch auf ein heutiges Menschenleben, eine Biografie anwendet, etwa bei einem kleinen Täufling: „Ich will dich segnen“, das heißt ja: von Gott aus ist alles gut für die Zukunft dieses Kindes, es braucht niemand Befürchtungen oder Ängste zu haben, was seinen Lebensweg betrifft, denn es ist eine gewisse, ja die entscheidende Größe da, nämlich Gott selbst, der sich immer um diesen Menschen kümmern wird: als eine Art Hintergrundpräsenz, wie man es bei allen ärztlichen und Pflege- und sonstigen Not- und Sicherheitsdiensten nennt, zu jeder Tages- und Nachtzeit. Da ist einer – und das kann jeder nur selber für sich spüren – , der diesen gesegneten Menschen durch´s Leben tragen wird und - gegebenenfalls auch auffängt. Das heißt, es gibt da eine Instanz, die höher ist als alle menschlichen Bezugspersonen und Autoritäten, Institutionen, Eltern, Paten, alle, die mit diesem Menschen Umgang pflegen und sich kümmern. Da ist jemand darüber hinaus, der sich kümmert, dem absolut zu vertrauen ist und in diesem Sinne auf´s Wort zu glauben ist, der auch hinter den sichtbaren und unmittelbar erlebbaren zugetanen Familienmitgliedern, Freunden und allen menschlich-irdischen Kümmerern steht.
(Kleine Nebenbemerkung: Kümmerer“ kommt sprachgeschichtlich übrigens ursprünglich aus dem Altenglischen: „Cucumber“, zu Deutsch: die Gurke. Dass der ganze Kümmererclub um einen herum auch mal eine ziemliche Gurkentruppe sein kann inclusive die Kirche, hat wohl jeder von uns schon mal erlebt. Ich schon.)

Es geht um Gott, nicht nur um uns, also den, der alle diesen ganzen Kümmerer alle unterstützt und sekundiert, um des Menschen willen; der aber eben im Zweifel auch ohne und gegen sie für diesen Menschen da ist und ihm Mut macht, ihn motiviert und auch tröstet. Ja, wenn Gott selbst sagt und eigentlich nur er sagen kann: „Ich will dich segnen!“, dann bedeutet das auch ein prinzipielles Freiheitsmoment gegenüber allen irdisch-menschlichen Bindungen, und um die Zusage, von höherer Warte begleitet zu sein auf dem Lebensweg, in welchen biografischen Innen- und Außenbeziehungen von uns auch immer. Wir leben einerseits innerweltlich und sind doch auch überweltlich rückgebunden, rückversichert, getragen. Dafür steht Gottes Segen in der Taufe, und in der Konfirmation haben wir alle dies bestätigt.

„Ich will dich segnen – und du sollst ein Segen sein.

Das ist der zweite Teil des zentralen Spruchs aus unserem heutigen Predigttext. Zum Segen für andere werden kann nur, wer selbst die Erfahrung macht oder gemacht hat, gesegnet zu sein. Nur wer selbst spürt, dass er gesegnet ist, kann Segen weitergeben. Nur wer sich selbst in seinem Leben von Gott getragen fühlt, kann selbst andere mittragen, kann die entsprechende Ausstrahlung verbreiten, hat die Basis, sich nicht nur um die zu kümmern, die sich auch um ihn kümmern würden, weil man z.B. einander gefällt. Sondern auch über die Grenzen des persönlich-familiär-freundschaftlichen, oder geistigen und milieugebundenen „Stallgeruchs“ und Dunstkreises hinaus „sollst du ein Segen sein“.

„Ich will dich segnen – und du sollst ein Segen sein.“

Liebe Gemeinde, liebe Jubilare, wo haben Sie das schon einmal oder hoffentlich öfter erlebt in den vielen Jahren, dass Sie gesegnet waren, nicht nur als Zusage, sondern spürbar, nicht als Verheißung seit Taufe und Konfirmation oder am Ende jedes Gottesdienstbesuchs, wo der Pfarrer den Segen Gottes ausspricht und Ihnen zuspricht? Sondern als Erfüllung? Immerhin waren Sie seither so gesegnet, dass Sie heute leben und hier sein können und feiern! Wo sind auf dem Weg bis hierher Segensspuren Gottes in Ihrem Leben gewesen?
Und wann und wo und für wen sind Sie, selbst gesegnet, anderen zum Segen geworden?

Manches kann man im Rückblick eindeutig benennen, anderes nicht. Vor allem, wenn es gedauert hat, bis sich der Segen einstellte, bei einem selbst und bei anderen. Die Segensverheißung ist denn auch das schöne Eine, die Erfüllung steht oft auf einem anderen Blatt, verzögert sich oder tritt gar nicht erst ein, oder zumindest nicht so, dass man es noch selber erleben würde!

Verzögerung? Siehe schon Abraham! Nach der biblischen Geschichte war Abraham 75 Jahre, als er Nachwuchs verheißen bekam von Gott. Isaak erblickte das Licht der Welt, als Abraham 100 war. Mit 175 Jahren stirbt er – die Interpretation von Zahlen in der Bibel ist ein anderes Thema ...

Die Erfüllung einer Verheißung nicht erleben? Siehe Abraham! Gott sagt ihm: Geh in ein Land, das ich dir zeigen will. Abraham glaubt und vertraut Gott ins Ungewisse hinein. Erst viel später wird Mose das Land sehen, und erst sein Nachfolger Josua wird das gelobte Land betreten! Welches Land hat Abraham gesehen? Oder war der Glaube, sein Vertrauen auf Gott schon selbst „das Land“?

Und so ist Abraham für mich eigentlich weniger wegen seines unbedingten Gottglaubens eine große Gestalt, sondern wegen seiner nicht endenden Geduld im Leben und mit Gott. Er hat darüber, über das auch nicht Erfüllte, seinen Glauben nicht verloren, wirklich groß!

Was sind Ihre Erlebnisse, wo Sie lange hoffen mussten und es ging schließlich doch noch in Erfüllung. Was sind Ihre Desiderate bis heute, wo Sie sich noch wünschen würden, dass etwas in Erfüllung geht? Enkel? Die Rückkehr eines verlorenen Sohnes oder eines anderen Menschen. Die Wiedergutmachung und Versöhnung in einem alten Streit. Der Wunsch, mit schwierigen Situationen besser zurecht zu kommen, Trennung und Trauer zu überwinden, wo dies noch nicht recht gegangen ist oder geht.

Und so verstehe ich dieses Konfirmationsjubiläum als Gelegenheit zur Segens-Vergewisserung im je persönlichen biografischen Rückblick, aber auch mit der Perspektive auf hoffentlich viele weitere Jahre. Und ich lege Ihnen, liebe Jubilare, diesen Tag auch in diesem Sinne nahe.
„Ich will dich segnen, und du sollst ein Segen sein.“

Für Abraham war der Segen Gottes so etwas wie ein Reisesegen, wörtlich genommen und im übertragenen Sinne: Segen für die Lebensreise.

Entsprechend schließe ich mit einem Reisesegen, einem bekannten irischen:

„Der Herr sei vor dir, um dir den rechten Weg zu zeigen.
Der Herr sei neben dir, um dich in die Arme zu schließen, um dich zu schützen gegen Gefahren.
Der Herr sei hinter dir, um dich zu bewahren vor der Heimtücke des Bösen.
Der Herr sei unter dir, um dich aufzufangen, wenn du fällst.
Der Herr sei mit dir, um dich zu trösten, wenn du traurig bist.
Der Herr sei um dich herum, um dich zu verteidigen, wenn andere über dich herfallen.
Der Herr sei über dir, um dich zu segnen.“

So segne dich der gütige Gott, heute und morgen und allezeit.

Amen.

Und der Herr sei mit eurem Geiste. Amen.

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