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09.12.2018 - 2. Advent

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Predigt am 2. Advent 2018 von Pfarrer i.R. Wolfgang Dietz über Jeremia 29

Liebe Gemeinde!

In dieser Adventszeit ist es hoch notwendig, dass wir uns besinnen worauf es eigentlich ankommt; oder genauer wer da auf uns zukommt. An das Christkind glauben Sie ja selber nicht; an den Christus wollen wir wohl glauben, aber der ist ja schon so lange tot. Deshalb greifen wir auf seine Worte zurück um uns zu vergegenwärtigen, was er wirklich gewollt hat, damit wir wenigstens in seinem Sinne leben und wirken können.

Warum dann dieser Predigttext aus der hebräischen Bibel? Verfremdet er das Christusbild nicht noch mehr? Genau das tut er nicht, weil er uns klar macht, wie fremdbestimmt wir sind und zum andern, wie wir mit Fremden umgehen sollen. Heimsuchung ist das Stichwort dafür. Sie haben richtig gehört: eben dieses Wort, das bei uns nach Pest und Seuche riecht, an Katastrophen und Schicksalsschläge erinnert, Verhängnis und Tragödie mit sich bringt. Jeremia setzt es positiv ein: „ich will euch heimsuchen und will mein gnädiges Wort an euch erfüllen“. Das schreibt er in einem Trostbrief an die Leute aus seinem Volk, die in die Gefangenschaft nach Babylon geraten waren. Der „Trost“ besteht zunächst in der Zumutung sich mit den Verhältnissen zu arrangieren „baut Häuser“, „pflanzt Gärten“ und das mit den Frauen, die Kinder zur Welt bringen sollen damit die dann wieder Kinder kriegen können, ließ sich sicher nicht allein mit Menschen des eigenen Volkes verwirklichen. „Heimsuchung“ ist in diesem Kontext Heimat suchen, Realität annehmen und das Beste daraus machen. Die Zumutung gipfelt in der Aufforderung „suchet der Stadt Bestes und betet für sie zum Herrn“.

Nebenbei: aus der babylonischen Gefangenschaft wissen wir, dass die Israeliten bei den Babyloniern das 4. Gebot durchgesetzt haben – nicht zum Schaden der Volkswirtschaft! Sie durften am Sabbat wirklich nichts tun, ausruhen, Gottesdienst feiern … die Sklaven waren für einen Tag Herren, die erhobenen Hauptes durch die Stadt gingen; sie waren so frei! Tags darauf gingen sie wieder neu motiviert an die nicht vermeidbare Arbeit. Da stellt sich dann schon die Frage, wie wir es mit den Fremden bei uns halten wollen: Lassen wir sie arbeiten? Können sie ihrer kulturellen Identität leben? Anerkennen wir die Grundzüge des Menschlichen in ihnen?

Außer diesem „Trost“, dass es sich leichter leben lässt, wenn wir nicht dauernd gegen die Verhältnisse anrennen, hat Jeremia noch einen echten parat „So spricht der Herr: Wenn in Babel siebzig Jahre voll sind, will ich euch heimsuchen und will mein gnädiges Wort an euch erfüllen, dass ich euch wieder an diesen Ort bringe.“ Jeremia schreibt von Jerusalem und die Geschichte ist tatsächlich so gelaufen. Die Israeliten sind wieder in ihre Heimat zurückgekehrt, sie mussten nicht ewig sehnsuchtsvoll Heime suchen, sie konnten wieder bei sich zuhause sein. Gott hat seine Zusage eingehalten; auch deshalb feiern sie ihr Lichterfest Chanukka wie wir unser Weihnachten.

Damit kommen wir zur anderen „Heimsuchung“. So heißt in der Kunstgeschichte die Begegnung von Maria mit Elisabeth. Die ergreifende Szene haben wir vorhin als Altarlesung gehört. Zwei Frauen in gleicher Hoffnung; jedoch unter diametral entgegengesetzten Bedingungen: zu alt die eine, ein hoffnungsloser Fall; zu jung die andere und nicht einmal verheiratet. Sie begegnen einander als Vertraute und haben sich viel zu sagen – drei Monate bleibt man ja nicht mit irgendjemand zusammen! Warum diese Geschichte Heimsuchung heißt kann ich nur vermuten. Es waren ja ziemlich trostlose Verhältnisse für die beiden, das haben sie gemeinsam ausgehalten, sich gegenseitig bestärkt und damit seelische wie reale Heimat gegeben, Halt in haltloser Zeit.

Im Aufkirchner Kirchspiel pflegt man die Herbergsuche jeden Advent neu. Ich erinnere mich gern an einen Tag wie die schlicht gearbeitete Maria bei Erika Laurent im Wohnzimmer stand und wir den Abend mit Nachbarn und Freunden (dazu gehörte auch der Ruhestands-Priester Anton Fürstenberger) singend, betend und meditierend gestaltet haben. Auch dies eine Art Heim-Suchung: wir suchen ein Heim und öffnen unser Zuhause für Freunde wie für Fremde.

Maria ging aus ihrer Heimsuchung selten gestärkt hervor und singt ein umwerfendes Lied, 1000-fach vertont, gleich einem Psalm mit revolutionärem Effet. Da wird alles auf den Kopf gestellt was bisher als gesichert galt: Machthaber vom Thron gefegt, Reiche müssen darben, Hochfahrende werden zurechtgestutzt. Die Verlierer kommen zum Zug, werden satt, kommen auf Augenhöhe. Zuletzt aber gedenkt Gott seiner Barmherzigkeit die ausnahmslos für alle gilt. Das ist die Gnadenzusage für diesen Advent, für Arme und Reiche, für Zugereiste – auch aus ferneren Ländern – und Sesshafte. Gott will bei uns wohnen, Christus sucht uns heim. Könnten wir uns dem verweigern?

Amen.

 

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